05.10.2010 | Controllerpraxis

Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen: Benchmarking als Ergänzung der Abweichungsanalyse

Wie können Unternehmen in volatilen Märkten gesteuert werden? Ein Plan-Ist-Vergleich allein funktioniert dabei nicht. Die Dachser Logistikgruppe setzt dabei auf eine Kombination von klassischer Abweichungsanalyse und Benchmarking.

Kombination von Benchmarking mit Abweichungsanalyse

Die Logistikbranche war besonders von der Krise getroffen. Anfang 2009 gingen die Frachtraten für den Container-Transport von Asien nach Europa auf ein Fünftel bis ein Viertel des Vorjahreswertes zurück. Insgesamt verlor die Transportbranche in 2009 16 % an Umsatz im Vergleich zu 2008. Angesichts dieser Entwicklung war mit dem üblichen Plan-Ist-Vergleich eine Leistungsbewertung von Unternehmenseinheiten möglich.

Die Abweichungsanalyse Ist - Budget ist zwar das zentrale Controlling-Instrument, aber gerade in einem volatilen Umfeld allein nicht ausreichend, weil nicht alle relevanten operativen Kennzahlen budgetiert werden (können). Zudem sind in der Krise die Qualität und die saisonale Genauigkeit der Budgets oft mangelhaft ist. Dachser setzte deshalb auf eine Kombination von Plan-Ist-Vergleich und Benchmarking. Deren erfolgreichen Einsatz zeigte CFO Prof. Dieter Truxius auf dem Stuttgarter Controller-Forum 2010 von Horváth & Partners.

Diese Benchmarks werden bei Dachser zentral von der Geschäftsleitung vorgegeben. Dabei sind wesentliche Besonderheiten einzelner Geschäftsfelder und/oder Länder zu berücksichtigen. Die top-down vorgegebenen Benchmarks müssen von den Einheiten akzeptiert werden, eine Detaildiskussion darüber erfolgt nich.

Benchmarks werden im Controlling als Filter vor den Budget-Ist-Vergleichen eingesetzt.

Als Spitzenkennzahl für die Unternehmensgruppe nutzt Dachser eine ROCE-Variante. Hintergrund dieser Wahl ist der betriebswirtschaftliche Grundsatz des Familienunternehmens, dass sich das eingesetzte Kapital langfristig angemessen verzinsen muss. Dabei wird ein ROCE von 9 % angestrebt.

Als Herausforderungen der Krise stellte Prof. Truxius folgende  Fragen heraus:

  • Können wir unsere EBIT-Margen halten?
  • Können wir unsere Produktivität verbessern (Kapitalumschlag)?
  • Können wir zumindest erneut besser als die meisten anderen sein?

Zentrale Aufgabe hinsichtlich der EBIT-Marge  war es, die Preisrückgänge an die externen Spediteure (Luftfahrtunterehmen, Reedereien, Lkw-Speditionen) weiterzugeben. Üblicherweise beträgt der Bruttospeditionsgewinn (Umsatz – externe Transportkosten) 20 %.

Dieses Zwischenergebnis galt es zu halten.

Wie seine abschließenden Kennzahlendarstellungen zeigten, dass dies der Dachser-Gruppe sehr gut gelungen ist. Im Landverkehr liegt die Rentabilität von Dachser in der Branchenspitze, während in der See- und Luftfracht einige Konkurrenten noch deutlich besser abschneiden.

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