05.10.2011 | Controllerpraxis

Stuttgarter Controller-Forum mit erfolgreicher Jubiläumsveranstaltung

In Hochform präsentierte sich das Stuttgarter Controller-Forum zum 25. Jubiläum. Den Teilnehmern konnte Prof. Dr. Péter Horváth ein hochkarätiges und unterhaltsames Programm präsentieren. Über die Höhepunkte berichten wir an dieser Stelle in einer kleinen Serie.

Zur Einführung blickte Prof. Horváth auf die Entwicklung des Stuttgarter Controller-Forums zurück. Viele Controlling-Innovationen wurden in Stuttgart erstmalig der deutschen Controller-Community präsentiert. Und wie das Controlling selbst hat sich auch das SCF permanent weiterentwickelt.

Die Stationen im Einzelnen:

  • 1987: Erste Veranstaltung in der Universität Stuttgart.
  • 1991: Umzug in das Haus der Wirtschaft
  • 1999: Einführung des Spezialforums Public Management
  • 2003: Vortragsstrang „ IT-unterstütztes Controlling“
  • 2008: Einführung des Länderschwerpunkts
  • 2009: Péter-Horváth-Controlling-Preis und CFO-Panel

Inhaltliche Höhepunkte waren Themen wie die Prozesskostenrechnung, Target Costing, Wertorientierte Unternehmensführung oder die Balanced Scorecard.

Mehr als 350 Teilnehmer bildeten den würdigen Rahmen für die Jubiläumsveranstaltung am 20. und 21. September. Diese Zahl bestätigte das Stuttgarter Controller-Forum als zweitgrößte Fachveranstaltung für Controller im deutschsprachigen Raum.

Das Jubiläum war für Prof. Horváth auch Anlass, die Verantwortung für den Kongress in jüngere Hände zu legen. Zukünftig wird Dr. Uwe Michel, Senior Partner und Leiter des Competence Centers Controlling und Finanzen bei Horváth & Partners, die Federführung übernehmen, wobei Prof. Horváth auch weiterhin aktiv mitwirken wird.

Themen der Vergangenheit und Zukunft

Zu den großen Herausforderungen der letzten Jahre zählte Prof. Dr. Horváth die Globalisierung, die steigenden Bedeutung der strategischen Positionierung sowie der Prozessgestaltung, die Entwicklung in der IT sowie die Fokussierung auf Lösungen statt auf Produkte. Entsprechend haben sich auch die Instrumente weiterentwickelt.

 Beim Blick in die Zukunft stellte Prof. Horváth fest:

  1. Nicht mehr die interne Sicht auf die Kosten, sondern der Blick nach draußen auf den Wettbewerb steht im Fokus des Controlling-Instrumentariums.
  2. Die aktive Entscheidungsunterstützung durch den Controller bestimmt seine Rolle als Business Partner.

Der zweite Aspekt sei auch entscheidend, damit sich die Controller im internen Wettbewerb als Unterstützer im Managementprozess gegen die Konkurrenz von Accountants, Revisoren, Strategen oder Qualitätsmanagern behaupten könnten.

Als fachliche Herausforderungen nannte er

  • die Integration von Ökologie und Wirtschaftlichkeit voranzutreiben,
  • die Geschäftsmodelle im Internet und insbesondere Social Media transparent und nutzbar zu machen und
  • die Vernetzung der Wertschöpfungsketten transparent zu machen.

Über die Höhepunkte unter den Vorträgen berichten wir in den folgenden Tagen.

Péter-Horváth-Preis ging an Dr. Jochen Hönninger

Der Péter-Horváth-Controllingpreis für die beste wissenschaftliche Arbeit im anwendungsorientierten Controlling wurde in diesem Jahr Dr. Jochen Hönninger verliehen. Er erstellte seine Dissertation berufsbegleitend an der Professur für Controlling und integrierte Rechnungslegung von Prof. Dr. Barbara Weißenberger und wurde 2010 an der Justus-Liebig Universität Gießen promoviert.

Die Dissertation von Dr. Hönninger mit dem Titel „Wertorientierte Steuerung dezentraler Entscheidungsträger im Produktlebenszyklus“ zielt darauf ab, die abstrakte Zielsetzung der Unternehmenswertsteigerung für die produktbezogene Steuerung zu operationalisieren.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, wie aus wertorientierten, ein- und mehrperiodigen Erfolgsgrößen produktbezogene Stückerfolge bzw. Stückkosten und -erlöse abgeleitet werden können. Diese müssen zum einen über den Produktlebenszyklus hinweg barwertkompatibel und damit kongruent zum Wertziel des Unternehmens sein. Zum anderen müssen sie auch dem Grundsatz der sachlichen Entscheidungsverbundenheit folgen, d.h. sie dürfen insbesondere durch von Jahr zu Jahr schwankende Absatzmengen nicht verzerrt werden. Der Lösungsansatz greift dabei auf die Diskontierung der Absatzmengen aus dem Konzept der dynamischen Stückkostenrechnung zurück. Dieses Prinzip führt er mit dem Zielkostenmanagement und der Lebenszyklusrechnung zusammen und entwickelt es zur Steuerung von Entscheidungsträgern mit Produktverantwortung weiter.

Prof. Horváth betonte, dass das Thema der Dissertation aus einer Problemstellung der Praxis heraus entstanden sei und Dr. Hönninger die Arbeit neben seiner Tätigkeit im Bereich Finance & Controlling Mercedes-Benz Cars der Daimler AG erstellt habe. Neben dem Praxisbezug hob Prof. Horváth die methodische Stringenz und den hervorragenden didaktischen Aufbau der Arbeit hervor.

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