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Strategische Planung schlagkräftiger aufstellen

Bei der strategischen Planung sehen viele Unternehmen noch ein erhebliches Verbesserungspotenzial. Um spürbare Verbesserungen zu erreichen, verfolgen sie vor allem zwei Ansätze.

Weiche Daten als wichtiger Input für die strategische Planung

Gerade bei komplexen strategischen Analysen liegen im Normalfall keine ausreichend validierten quantitativen Daten vor. Stattdessen gewinnen die „weichen Daten“ an Bedeutung, d. h. Meinungen, Erwartungen oder Hinweise von Dritten. Am wichtigsten sind die weichen Daten bei den klassischen Aufgaben der strategischen Planung, nämlich:

  • Einschätzung des Marktumfeldes mit 68 %
  • Beurteilung der Marktentwicklung mit 67 %
  • Analyse des Wettbewerbsumfeldes mit 64 %
  • Beobachtung von Trends im Umfeld mit 62 %

Insgesamt gesehen wünschen sich viele Unternehmen eine bessere Verlässlichkeit weicher Daten, gerade wenn sie aus dem Internet stammen.

Verbindung zwischen strategischer und operative Planung noch ausbaufähig

Eine stimmige, integrierte Planung sollte sowohl die langfristige als auch die kurzfristige Perspektive berücksichtigen. Die Verknüpfung der operativen und strategischen Planung sollte dabei inhaltlich und prozessual erfolgen. Die Inhaltliche Abstimmung erhöht die Qualität der Planzahlen, während die prozessuale Abstimmung die Effizienz verbessert.

In der Praxis besitzen jedoch weniger als 20 % der Unternehmen einen durchgängig integrierten Planungsprozess.Immerhin bezeichnen 79 % der Befragten ihren Prozess als teilweise inhaltlich integriert. Bei der prozessualen Abstimmung stimmen dem nur 65 % zu. In diesem Bereich liegt durchaus Optimierungspotenzial, denn die Zufriedenheit der Unternehmen wächst mit zunehmender Verknüpfung von operativer und strategischer Planung.

Strategischer Planungsprozess dauert durchschnittlich 85 Tage pro Jahr

Ein umfassender und gut abgestimmter Planungsprozess geht häufig mit einer gewissen Komplexität einher. Durchschnittlich benötigen Unternehmen 85 Tage pro Teilnehmer pro Jahr für die strategische Planung. Dies beinhaltet alle wichtigen Phasen, d.h. die Datenbereitstellung, Datenverarbeitung und Analyse. Die Zeitanteile für die verschiedenen Aktivitäten verteilen sich relativ gleichmäßig. Zwischen 11 bis 18 Tagen nimmt jede Aktivität in Anspruch.

Eine weitere entscheidende Aufgabe besteht darin, flexibel auf neue Themen zu reagieren. 42 % der Unternehmen benötigt für die Aufbereitung neuer Themen bis zu einer Woche. Ein Drittel der Befragten nimmt sich über eine Woche Zeit, wohingegen ein Fünftel maximal einen Tag benötigt.

Insgesamt zeigt sich, dass im unternehmerischen Alltag recht viel Zeit für die Datenaufbereitung, Prüfung und Abstimmungsprozesse verwendet wird. Im Vergleich dazu kommt die Datenanalyse häufig zu kurz. Doch gerade die Analyse ermöglicht neue Erkenntnisse. Der Einsatz von unterstützender Software kann Arbeitsschritte automatisieren, sodass mehr Zeit für die Analyse und die Diskussion neuer Einsichten verbleibt.

Grundlagen

Die Studie „Strategische Planung heute: Status quo, Nutzen und Verbesserungspotenzial“ wurde im September 2011 vom Business Application Research Center (BARC) publiziert. 103 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum beteiligten sich an der Umfrage. Die SOLYP Informatik GmbH übernahm das Sponsoring der Untersuchung.

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