| Strategie 2014

Energiekosten rücken in den Fokus des Risikomanagements

Bild: Deloitte, CFO Survey 1/2013, S. 10.

Zwar hellen sich die Geschäftsaussichten in vielen deutschen Unternehmen wieder auf. Dennoch behalten viele Firmen ihre defensive Strategie bei. Im Risikomanagement haben die Energiekosten an Bedeutung gewonnen. Doch es gibt auch andere Sorgen.

Geschäftsaussichten hellen sich auf
Die Konjunkturaussichten sind in den letzten Monaten durchwachsen gewesen. Momentan schätzen viele deutsche Unternehmen ihre Geschäftsaussichten wieder so gut ein wie im Vorjahr – vor der Zuspitzung der Euro-Krise. 60 % der befragten CFOs beurteilen die Aussichten ihres Unternehmens optimistisch, weitere 28 % sind neutral eingestellt und 12 % blicken eher besorgt in die Zukunft. Insbesondere die Erwartungshaltungen der CFOs bzgl. Investitionen, Margen und Neueinstellungen hat sich spürbar verbessert. Diese Aufhellung der Stimmung ist vor allem auf einen Rückgang der allgemeinen Unsicherheit zurück zu führen. Wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen zwar weiterhin, allerdings nicht mehr auf einem derart hohen Niveau wie vor einigen Monaten.

Strategische Ausrichtung bleibt überwiegend defensiv
Der Schwerpunkt bei der Unternehmensstrategie bleibt trotz des steigenden Optimismus konstant und verfestigt sich im Vergleich zur letzten CFO-Umfrage. Die meisten deutschen Firmen gehen auf Nummer sicher und setzen primär auf defensive Strategien. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen Kostensenkungen mit 63 % der Nennungen. Mit 43 % folgt eine weitere defensive Maßnahme, nämlich die Erhöhung des Cashflows. Aber auch einige expansive Strategien werden forciert. Dazu zählen die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen mit 51 % und die Expansion in neue Märkte mit 32 % (siehe Abb. 1 in der Bilderserie).

Energiekosten rücken in den Fokus des Risikomanagements
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen fokussieren sich deutsche CFOs im Rahmen ihrer defensiven Orientierung verstärkt auf Risikoanalyse und –vermeidung. Interessanterweise rangieren finanzorientierte Risiken relativ weit unten auf der Prioritätenliste. Kapitalknappheit und steigende Kapitalkosten werden von lediglich 6 % der Befragten genannt. Das instabile Finanzsystem oder steigende Löhne schlagen mit 21 % bzw. 23 % spürbar stärker zu Buche. Das größte Gefährdungspotenzial stellen allerdings steigende Energiekosten mit 45 % dar (s. Abb. 2).

Energiewende wird kritisch gesehen
Die Energiewende wird von den meisten Befragten eher skeptisch gesehen – momentan übersteigen die Risiken die wahrgenommenen Chancen. Bei den Risiken stehen die Sorgen um Kostensteigerungen ganz weit oben mit 73 % der Nennungen. Erst mit deutlichem Abstand folgen weitere Risiken wie fehlende Beständigkeit in den politischen Rahmenbedingungen (48 %) oder sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit (39 %).

Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte im In- und Ausland sehen lediglich 22 % bzw. 21 % der Befragten. Das Potenzial, durch gesteigerte Energieeffizienz Kosten zu senken bestätigen 29% der Unternehmen. Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen schlägt mit 37 % zu Buche und vereint somit am meisten Zustimmung auf sich (s. Abb. 3).

Grundlagen
Der Beitrag beruht auf der Publikation „CFO Survey 1/2013 – Unternehmen wieder in den Startlöchern“ aus April 2013. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte führte eine Umfrage unter 124 Finanzvorständen deutscher Großunternehmen durch. 42 % der Teilnehmer erzielen mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.

Hier geht's zur Bilderserie "„Strategische Schwerpunkte in deutschen Großunternehmen“"

Schlagworte zum Thema:  Energiekosten, Strategie, CFO, Konjunktur, Planung

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