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Standardisiertes Finanz-Datenmodell als Erfolgsfaktor für eine effektive Unternehmenssteuerung

Bild: Haufe Online Redaktion

„Eine Zahl, ein Prozess, eine Wahrheit“: Diesem Anspruch möchte der Finanzbereich der Telekom gerecht werden. Im Projekt "One.Finance" wurde dazu ein Steuerungskonzept inklusive eines standardisierten Finanz-Datenmodells entwickelt.

"One.Finance" soll Einheitlichkeit und Transparenz im Finanzbereich schaffen

Bisher war der Finanzbereich der Deutschen Telekom geprägt durch uneinheitliche Prozesse und Strukturen sowie mangelnde Transparenz der Daten. Dies sollte im Rahmen des Projektes „One.Finance“ geändert werden, mit dem Ziel, die Arbeit effektiver und effizienter zu gestalten. Für den Zweck der Vereinfachung wurde ein Steuerungskonzept inklusive eines einheitlichen und standardisierten Finanz-Datenmodells entwickelt, um zukünftig dem Anspruch „eine Zahl, ein Prozess, eine Wahrheit“ im Telekom Konzern gerecht zu werden.

Im Rahmen der Initiative „One.Company“ werden derzeit der Marktauftritt in Deutschland sowie viele Backoffice Funktionen neu strukturiert und vereinheitlicht. Hierzu zählen unter anderem die  Funktionen Finanzen und Personal.

Christopf Marchand, Gruppenleiter im Betrieb "Rechnungswesen, Controlling, IT-Finanzen" und Verantwortlicher im Bereich Stammdatenmanagement & Datenmodell, hat auf der 6. Fachkonferenz Finance Excellence von Horváth & Partners beeindruckend dargestellt, wie sein Bereich diese Ziele mit Hilfe eines standardisierten Finanz-Datenmodells unterstützt.

Aufbau des zentrales Stammdatenmanagements im Finanzbereich

Der Beitrag des Finanzbereiches zu „One.Company“ wird in dem Programm „One.Finance“ gebündelt.

Vor dem Projekt „One.Finance“ waren die Finanzbereiche der DTAG-Gesellschaften gekennzeichnet durch heterogene Prozesse und Datenstrukturen. Diese standen einem übergreifend effizienten und effektiven Betriebsablauf sowie einheitlichen Werteflüssen entgegen. Neben den operativen Prozessen litt hierunter vor allem die Transparenz der steuerungsrelevanten Informationen. Diese Heterogenität fand in den diversen Finanzsystemen der einzelnen Gesellschaften ihre Fortsetzung.

Die Ziele des Projekts One.Finance sind ehrgeizig und vielfältig:

  • Schaffung einer einheitlichen Daten- und Prozesslandschaft im Finanzbereich nach dem Grundsatz "eine Zahl, ein Prozess, eine Wahrheit".
  • Einheitliche Abbildung der Werteflüsse, um eine transparente Geschäftssteuerung zu ermöglichen.
  • Standardisiertes Datenmodell entlang der Kriterien „Redundanzfreiheit“, „Flexibilität“, „Effizienz“ und „Stabilität“.
  • Standardisierung und Automatisierung der Prozesslandschaft.
  • Unterstützung des Finance-Factory-Ansatzes (Accounting, Consolidation, Closing, Payment, Reporting).
  • Verbesserte Reaktionsfähigkeit bei Reorganisation und Akquisition.
  • Schaffung eines globalen Templates als Basis für ein international einheitliches Finanzmodell.

Im Rahmen der angesprochenen Neuausrichtung des Konzerns wurde ein Steuerungskonzept inklusive Finanzdatenmodell entwickelt, das den neuen Herausforderungen und Anforderungen genügt. Ziel dabei war die Operationalisierung des fachlichen Soll-Datenmodells sowie die Bereitstellung von Finanzstammdaten aus einer Quelle, um Steuerungsinformationen konsistent und einheitlich zu halten.

Das zentrale Datenmodell für den Gesamtkonzern DTAG wird im Rahmen der Master Data Factory definiert. Die Master Data Factory schafft dabei die Konsistenz vom Enterprise Resource Planning (ERP) bis zum Reporting:

  1. Operative Systeme
    Versorgung der ERP Systeme mit identischen Stammdaten sowie Versorgung der Planungssysteme und Non-Financials Systeme
  2. Datenerfassung
    Sicherstellung einer Stammdatenidentität zwischen den datenliefernden Systemen und dem zentralen Erfassungsportal
  3. Datenverarbeitung
    Sicherstellung der Datenidentität im Konsolidierungssystem sowie Sicherstellung der Überleitbarkeit
  4. Reporting
    Belieferung der Reportingwelt mit überleitbaren Stammdaten auf dem benötigten Aggregationslevel

Vorteile und Nutzen des Projekts „One.Finance“

  • Das Projekt „One.Finance“ schafft eine Unterstützung des Finance-Factory Ansatz für die Bereiche Accounting, Consolidation, Closing, Payment und Reporting und die Basis für die Vereinfachung und Beschleunigung von Finanzprozessen durch eine erhöhte Automatisierung.
  • „One.Finance“ bildet unter dem Stichwort ‚erhöhte Agilität‘ die Grundlage für eine schnelle und einfache Umsetzung organisatorischer und prozessualer Veränderungen bei Reorganisationen und Akquisitionen.
  • Durch ein globales Template schafft One.Finance die Basis für ein international einheitliches Finanzmodell.
  • Für den Konzern ergibt sich aus dem Gesamtprogramm One.ERP und somit auch aus „One.Finance“ ein erheblicher Nutzen.
  • Das Datenmodell bildet die Basis für standardisierte Prozesse und das schon angesprochene Prinzip "eine Zahl, ein Prozess, eine Wahrheit" wird zukünftig die Steuerung des Konzerns durch schlüssige und weltweit standardisierte KPIs sowie durch transparente Werteflüsse und Berichte deutlich vereinfachen.
  • Informationen sind deutlich einfacher zu erheben, so dass sich die Finanzorganisation auf die Entscheidungsunterstützung für das Management konzentrieren kann und nicht auf die operative Aufbereitung von unterschiedlichen und inkonsistenten Finanzinformationen.
  • Einfache Arbeitsabläufe bilden die Basis für eine hohe Automatisierung und entlasten die Mitarbeiter von manuellen Tätigkeiten. Zusätzlich ist die Arbeit durch die durchgängige Systemunterstützung und wegfallende Medienbrüche deutlich weniger fehleranfällig.
  • Hierdurch sinken die Gesamtprozesskosten für beispielsweise die Bearbeitung einer Rechnung. Davon profitieren alle Mitarbeiter - das Unternehmen bleibt auch weiterhin ein konkurrenzfähiger Global Player.

Das Unternehmen

Die Deutsche Telekom ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Telekommunikationsbranche und in mehr als 65 Ländern vertreten. Als Full Service Provider bietet die Deutsche Telekom ihren Kunden das gesamte Spektrum der modernen Telekommunikations-Dienstleistungen aus einer Hand.

Hier geht's zur Bilderserie "Finance Excellence 2011: Das Finanz-Datenmodell der Telekom"

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