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Strategische Planung: Prozessqualität wichtiger als Powerpoint-Spielereien

Bild: Horváth & Partners

Bei Strategieplanungen führen Unternehmen eine „Schlacht mit Hochglanzfolien“: Validierung, Vergleichbarkeit und Transparenz der Basisdaten sind oft nicht vorhanden. Alexander Zimmermann zeigte beim Stuttgarter Controller-Forum wie die IT den Strategieprozess unterstützen kann.

Manager häufig unzufrieden mit Strategieprozess

Strategische Planung ist ein Führungsprozess und wird von Managern ausgeführt. Die meisten Strategien werden in Powerpoint und Excel festgehalten. Anschließend landen die Dokumente und Dateien in einer weit entfernten Schublade. Gelegentlich werden sie wieder aus der Schublade gekramt, aber fehlende Vergleichbarkeit und Transparenz sorgen für Frust und Unzufriedenheit. Viele Geschäftsprozesse sind in IT-Systemen implementiert, weshalb nicht auch die Strategieplanung? Hierfür hat die SOLYP Informatik GmbH eine Lösung entwickelt, die ihr geschäftsführender Gesellschafter Alexander Zimmermann vorstellte.

Strategische Planung und weiche Daten

Zimmermann bezeichnet die strategische Planung als „Königsprozess“. Die Anforderungen an eine Planung seien: Methodik, Vergleichbarkeit, Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und ein einheitlicher Aufbau. Besonders in Konzernen fehlen diese Anforderungen. Nur mit weichen Daten sei eine strategische Planung möglich, so Zimmermann. „Weiche Daten sind alle Informationen, die sich nicht NUR mit einer Kennzahl darstellen lassen“, erklärt er. Beispiele hierfür sind Marktentwicklungen, Prognosen und Umfragen.

Die Einflüsse auf ein Unternehmen sind variabel, deshalb müsse der strategische Planungsprozess immer wieder neu durchgeführt werden. Eine alleinige Fortschreibung von Daten ist ungenügend. Erfahrungswerte von SOLYP zeigten, dass die strategische Planung zu 95 Prozent aus Mechanik und zu 5 Prozent aus Inspiration besteht. Somit ist dieser „Königsprozess“ erlernbar und enthält unerwartet wenig Kreativität. Die Einführung einer Balanced Scorecard reicht nicht aus, denn diese dient nur als Werkzeug zur Umsetzung von Strategien.

Strategieplanung mit IT-Unterstützung

Die steigende Komplexität im Unternehmen und Umfeld kann nur mit IT bewältigt werden. So ist es auch bei der Planung von Strategien. Templates für die Festhaltung von Strategien reichen schon längst nicht mehr aus. Die Ausprägungen in Quantität und Qualität der Templates unterscheiden sich stark. Zusätzlich ist die Fehlerquote sehr hoch, es fehlt die Validierung. Bei einer Umfrage durch SOLYP stellte sich heraus, dass der Strategieprozess zu 80 Prozent gleich ist. Hierzu wurden 800 branchenverschiedene Unternehmen befragt. Folglich ist eine Standardsoftware, im Gegensatz zu einer Individuallösung, in verschiedenen Unternehmen einsetzbar und erschwinglich.

Konsistente Planung mit SOLYP3 (Strategiesoftware)

Die Software SOLYP3 bildet den gesamten Strategieprozess ab. Mit dieser Software ist es möglich Transparenz, Validierung und Vergleichbarkeit zu schaffen. Über individuelle, digitale Fragebögen gelangen die Daten ins System. Durch Mitarbeiterfluktuation geht kein Wissen verloren. Harte Daten wie Finanzgrößen können mit weichen Daten wie Marktentwicklungen verknüpft werden. Zusätzlich ist eine gezielte Abfrage von Informationen möglich. Außerdem kann die Software auf Knopfdruck Präsentationen erzeugen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist SOLYP3 auf Unternehmen mit einem Umsatz mehr als 500 Mio. EUR ausgelegt. Eine Lösung für kleinere Unternehmen ist in Planung.

Der Autor: Christian Nusser, Horváth & Partners

 

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Schlagworte zum Thema:  Strategieplanung, IT, IT-Controlling

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