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Planungsfachkonferenz: Gelungene Integration von der strategischen Planung zum Budget

Viele Unternehmen träumen davon: Strategische Planung, Mittelfristplanung und Budgetierung werden in einem integrierten Prozess durchgeführt. Die SICK AG hat diesen Ablauf bereits realisiert.

Der Performance-Management-Kreislauf

Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens stellte Peter Löhnert, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Controlling, das Performance Management System der SICK AG vor.

Die Eckpfeiler dieses Regelkreislaufes beruhen dabei im Wesentlichen auf einer Integration der Strategie in die operative Planung beziehungsweise Budgetierung sowie der Berücksichtigung der Ergebnisse in den Zielvereinbarungen. Die in diesem Zusammenhang vereinbarten Ziele bilden dann wiederum die Basis für die unterjährige Steuerung im Zusammenhang mit Forecasts. Bezugnehmend auf den Titel des Vortrages stellte Löhnert die Aspekte

  • Strategie,
  • Strategieübersetzung und
  • operative Planung

ausführlich vor. Da ein solches System einer adäquaten IT-Unterstützung bedarf, wurde ebenfalls auf ausgewählte IT-Tools im Planungsprozess der SICK AG eingegangen.

Bei der Mittelfristplanung der Sick AG handelt es sich um einen jährlich stattfindenden viermonatigen Prozess. Ausgehend vom strategischen Rahmen (Geschäftsmodell und Leitbild) beinhaltet dieser die strategische Analyse, die Ableitung von Maßnahmen sowie die Finanzplanung. Ziel der strategischen Analyse ist es, Transparenz über die eigene Position im Markt mit Hilfe von Wettbewerbsanalysen, Marktprognosen oder SWOT-Analysen zu schaffen. Ausgehend von diesen Ergebnissen sowie den strategischen Zielen der Balanced Scorecard werden die strategischen Maßnahmen pro Geschäftsbereich definiert. Die Überführung der Ergebnisse auf die Ebenen Umsatz, Kosten, Personal und Ergebnis erfolgt im Rahmen der Finanzplanung mit einem Horizont von drei Jahren. Die IT-spezifische Umsetzung der Balanced Scorecard wurde bei der SICK AG mit Hilfe einer eigens entwickelten Lotus Notes Applikation gelöst, welche Herr Löhnert als Demo-Version kurz vorstellte.

Operative Planung wurde deutlich verbessert

Die Ergebnisse der Mittelfristplanung bilden dann den Rahmen für die Erstellung der operativen Planung, welche in den letzten fünf Jahren deutlich weiterentwickelt wurde. Hierzu gehören beispielsweise

  • die Reduzierung der Detaillierung,
  • die deutliche Verkürzung der Durchlaufzeit oder
  • die Stärkung der dezentralen Verantwortung durch entsprechende IT-Werkzeuge.

Zu diesen Werkzeugen zählt vor allem auch das für die Bereichs- und Kostenstellenplanung entwickelte OPO Konzept (One Page Only), welches im Jahr 2003 mit dem Controller Preis des Internationalen Controller Vereins ausgezeichnet wurde. Das empfängerorientierte System ermöglicht die Integration aller Teilplanungen auf einem Excel-Blatt sowie die direkte Simulation der Auswirkungen von Veränderungen.

„Kundenbefragung“ weist hohe Zufriedenheit nach

Die allgemeine Zufriedenheit der Planer mit dem operativen Planungsprozess wurde auf Basis einer Benchmarkstudie zum Thema „Moderne Budgetierung“ untersucht und die wesentlichen Ergebnisse von Herr Löhnert vorgestellt. Hier zeigte sich, dass die Verantwortlichen vor allem mit

  • der Effektivität (Grad der Zielerreichung),
  • der Detaillierung der Planung und
  • der Umsetzung der strategischen Planung

überdurchschnittlich zufrieden sind.

Rückkehr zur Standardplanung nach der Krise

Abgerundet wurde der Vortrag von Herrn Löhnert durch die Erfahrungen des Unternehmens zur Planung in der Krise. In diesem Kontext waren bestimmte Veränderungen im Standardplanungsprozess notwendig, um den dramatischen Veränderungen entsprechend begegnen zu können. Zu diesen Änderungen gehörten

  • ein verstärkter Einsatz von Simulationen und Szenarien,
  • eine Umkehr von der Bottom-up Planung zur Top-down Planung sowie
  • eine deutliche Reduzierung der Detaillierung.

Die hierdurch entstehende unzureichende Einbindung der Organisationseinheiten und aktiven Auseinandersetzung der Organisation mit dem Planjahr führte in der Planung 2010 zu einer Rückkehr zum Standardplanungsprozess und somit zur Bildung eines soliden Planungsfundaments.

Der Autor: Markus Schneider

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