27.08.2012 | Planung auf dem Vormarsch

Aus Angst vor neuer Krise setzen Unternehmen verstärkt auf Planung

Bild: BARC, 2012, Research Note 1012, S. 1.

Viele Unternehmen haben aus der letzten Krise gelernt. Deshalb setzen sie derzeit verstärkt auf Planung und Simulation, um erfolgreicher durch die unsicheren Zeiten zu navigieren. Allerdings gibt es noch einige Verbesserungspotenziale, wie aus einer aktuellen BARC-Studie hervorgeht.

Planung wird durch die Krise immer wichtiger

Die Wirtschaftskrise 2007-2009 hat zu einem Umdenken in vielen deutschen Unternehmen geführt. Anstelle von vergangenheitsorientierten Analysen und dem Berichten aktueller Zahlen haben Planung und Simulationen wieder an Bedeutung gewonnen. Gemeinsam fördern Planung und Simulationen die kontinuierliche Analyse von relevanten Umweltfaktoren und ermöglichen somit die systematische Optimierung von Zielen, Prozessen und Ressourcen (s. Abbildung 1). Ferner sollten Unternehmensplanung, Simulationen und Berichtswesen eng miteinander verzahnt werden. Dies ist gerade in unsicheren Zeiten von besonderer Bedeutung, um frühzeitig Trends zu erkennen.

Noch zahlreiche Verbesserungspotenziale bei Planungsprozess und Software-Tools

Excel zählt nach wie vor zu den am meisten genutzten Werkzeugen, die unabhängig von der Unternehmensgröße zumindest teilweise im Planungsprozess angewendet werden. Immerhin 94 % der Befragten bejahten die Frage nach dem Einsatz des Tabellenkalkulationsprogramms. Insbesondere in Bereichen, in denen viel Flexibilität gefragt ist (z. B. Personal oder Vertrieb), kommt Excel häufig zum Einsatz. Rund die Hälfte der Unternehmen setzt zudem auf operative Systeme (z. B. ERP oder CRM) sowie auf spezielle Planungswerkzeuge.

Excel: Häufiger Einsatz trotz eingeschränkter Zufriedenheit

Der häufige Einsatz von Excel bedeutet jedoch nicht, dass Unternehmen mit diesem Planungstool besonders zufrieden wären. Das Gegenteil ist der Fall. Der einfachen und flexiblen Nutzung von Excel stehen Fehleranfälligkeit, mangelnde Unterstützung des Planungsprozesses und inkonsistente Datengrundlagen gegenüber. Spezielle Konsolidierungswerkzeuge weisen hingegen höhere Zufriedenheitswerte bei den Befragten auf. Auf Excel muss deshalb kein Unternehmen gänzlich verzichten. Allerdings lohnt es sich, über den ergänzenden Einsatz spezieller Planungssoftware nachzudenken. Mit diesen Tools lässt sich der Planungsprozess deutlich effizienter gestalten (s. Abbildung 2).

Nutzt ein Unternehmen also verschiedene Planungssysteme, können, so die Schlussfolgerung,  sowohl der Ressourcenaufwand als auch die Gesamtdauer des Planungsprozesses verkürzt werden. Hier sehen die meisten Unternehmen auch die größten Verbesserungspotenziale. Ferner kann mit spezieller Planungssoftware auch die Komplexität im Vergleich zu Dutzenden von Excel-Tabellen reduziert werden.

Softwaremarkt für Planungs- und Controlling-Systeme überwiegend regional

Insgesamt ist der Softwaremarkt für Planung und Controlling regional aufgestellt. D. h. vergleichsweise wenige Anbieter agieren weltweit. Zu diesen wenigen globalen Anbietern zählen vor allem Software- und Business Intelligence-Anbieter wie IBM, Infor, SAP, Oracle und SAS. Diese bieten innerhalb ihrer umfassenden Business-Intelligence-Lösungen auch Planungsanwendungen an. Den großen Anbietern steht eine Vielzahl kleiner, spezialisierter Dienstleister gegenüber. In Deutschland umfasst der Markt für spezielle Planungs- und Controlling-Systeme ungefähr 50 Lösungen.

Grundlagen

Die Studie basiert auf Publikationen und Studienergebnissen des Business Application Research Centers (BARC). Die BARC Research Note 1012 aus 2012 „Planung nach der Finanzkrise – Aktuelle Studienergebnisse“ kann hier eingesehen werden.

Der zweite Beitrag „Der Markt für Planungs- und Controlling-Systeme“ wurde von Christian Fuchs, Senior Analyst des BARC, verfasst und Anfang 2012 auf der Homepage von software-marktplatz publiziert.

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Schlagworte zum Thema:  Planung, Unternehmensplanung, Wirtschaftskrise, Simulation

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