10.11.2010 | Controllerpraxis

Neue Dynamik im Outsourcing: Vertragsanpassungen und Neuabschlüsse nach der Krise

Outsourcing hat durch die Wirtschaftskrise bei vielen Unternehmen eine gewichtigere Bedeutung erhalten. Nicht nur das Volumen, sondern auch die strategische Wichtigkeit von Outsourcing ist deutlich gestiegen. Darauf haben die Anbieter von Outsourcing-Dienstleistungen bereits mit einem qualitativ hochwertigen und breiterem Angebotsportfolio reagiert.

Wirtschaftskrise sorgt für Vertragsanpassungen bei Preisen und Volumina

Die Wirtschaftskrise hat die Bedeutung und die Ausrichtung des Outsourcing deutlich beeinflusst. Anfang 2009 gaben noch 42 % der befragten Experten in einer Studie von Accenture und der IOAP an, dass keine Anpassungen an bestehenden Outsourcing-Verträgen vorgenommen werden. 12 Monaten später lag diese Anzahl bei gerade einmal 16 %. Zu den zentralen Änderungsbedarfen an den Outsourcing-Verträge zählen vor allem Preis und Volumina. Allerdings sind diese Verhandlungen nach sehr sorgsamer Abwägung geführt worden. Denn: Insgesamt haben die Unternehmen in den letzten Monaten ihre Outsourcing-Aktivitäten deutlich ausgeweitet. Während im Januar 2009 noch 36 % der Studienteilnehmer diese Absicht äußerten, hat sich die Zahl bis Anfang 2010 auf weit über 50 % erhöht.

Flexibilität und langfristige Effizienzgewinne als wichtigste Zielsetzungen

Die Ausweitung der Outsourcing-Aktivitäten geht einher mit einer größeren strategischen Wichtigkeit der Projekte. Dies wird unter anderem an der höheren Hierarchiestufe der involvierten Personen deutlich. Obwohl gerade in der Wirtschaftskrise kurzfristige Kostensenkungspotenziale eine gewichtige Rolle bei der Outsourcing-Entscheidung spielen, ist dies nicht der einzige Grund. Größere Flexibilität und langfristige Effizienzgewinne stehen ebenso weit oben auf der Prioritätenliste. Ein weiterer zentraler Trend im Outsourcing durch die Wirtschaftskrise ist, dass nicht nur operative Transaktionen betroffen sind, sondern qualifizierte, wissensintensive Themen in den Vordergrund rücken.

 

Wie kann der Nutzen von Outsourcing künftig maximiert werden?

Unternehmen haben in den letzten Monaten ganz klar eine Bündelung ihrer Outsourcing-Partner bevorzugt. D.h. mehrere Dienstleistungen werden zu einem Anbieter ausgelagert anstelle von mehreren (sog. Multi-Sourcing). Allerdings führt dies erstaunlicherweise insgesamt nicht zwangsläufig zu einer Reduktion der Lieferantenbasis. Da das Outsourcing-Volumen insgesamt deutlich zugenommen hat, erhöht sich vielfach auch die Anzahl an Outsourcing-Partnern. Beide Effekte zusammen ergeben für Anfang 2010 mit 43 % eine leichte Steigerung der Lieferantenanzahl. 2009 lag die Anzahl der Unternehmen, die einen Anstieg an Lieferanten verzeichneten, bei 34 %. Somit ergibt sich ein Anstieg von 9 %-Punkten innerhalb von ca. 12 Monaten.

Die Outsourcing-Anbieter reagieren auf die veränderten Ansprüche ihrer Kunden. Aufgrund des ansteigenden Wettbewerbsdrucks im Outsourcing-Markt nimmt der Konsolidierungsdruck zu. Durch strategische Übernahmen und Kooperationen sollen attraktivere und qualitativ hochwertige Dienstleistungsangebote geschaffen werden. Zu den prominentesten Beispielen zählen Dell-Perot oder Xerox-ACS.

Grundlagen des Beitrags

Die Studie „Outsourcing 2010“ wurde von der Unternehmensberatung Accenture und der „International Association of Outsourcing Professionals“ (IOAP) publiziert. In den Jahren 2009 und 2010 nahmen über 1.200 Experten an der Umfrage teil.

Strategische Controlling-Instrumente

DWenn wir in die falsche Richtung gehen, hilft es uns nicht, schneller zu laufen! Controller sind deshalb gut beraten, sich neben den klassisschen Arbeitsgebieten wie Reporting oder Budgetierung auch um das strategische Controlling zu kümmern.

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