28.11.2011 | Controllerpraxis

Nachhaltigkeits-Reporting: die wichtigsten Kennzahlen in der Praxis

Bild: "Corporate Sustainability: A progress report", KPMG 2011

Das Nachhaltigkeits-Reporting ist auf dem Vormarsch. Insgesamt sind Aufbau und Kennzahlenauswahl noch sehr individuell gestaltet. Einige Kennzahlenbereiche haben sich jedoch schon etabliert.

Wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeits-Reporting

Nachhaltig handelnde Unternehmen stimmen ihre eigenen Zielen mit denen ihrer Stakeholder ab. Außerdem gehen sie nachhaltig und schonend mit Ressourcen um. Die Bedeutung von Nachhaltigkeits-Reporting ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Zum einen hat ein Bewusstseinswandel in den Unternehmen eingesetzt, zum anderen wächst der Druck vom Gesetzgeber und von anspruchsvollen Kunden. 55 % der Konsumenten gaben an, Produkte zu bevorzugen, die einem guten Zweck dienen. Immerhin 70 % von ihnen sind auch bereit, für diese Produkte einen höheren Preis zu zahlen. Ein weiterer zentraler Grund für Nachhaltigkeits-Strategien ist das Markenimage der Unternehmen.

Abgesehen davon hat eine nachhaltige Unternehmensführung auch positive Auswirkungen auf den Unternehmenswert. Denn die weichen Faktoren haben einen zunehmend wichtigeren Einfluss auf den Gesamterfolg des Unternehmens. 62 % der Befragten geben an, das Thema Nachhaltigkeit strategisch anzugehen. An diesem Zuspruch hat sich auch durch die Wirtschaftskrise nichts verändert.

Noch keine Standards für Nachhaltigkeits-Reporting definiert

Im Zuge der steigenden Bedeutung von Nachhaltigkeit entwickelt sich auch ein Nachhaltigkeits-Reporting. Ziel ist es, aussagefähige Kennzahlen zu entwickeln und diese an alle Stakeholder zu berichten. Die umfassende Implementierung des Nachhaltigkeits-Reportings lässt allerdings noch auf sich warten. Während im Jahr 2000 lediglich 6% der Unternehmen über ihre nachhaltigen Aktivitäten berichteten, stieg die Zahl bis 2010 auf 36 %. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2013 rund die Hälfte aller Unternehmen ein Nachhaltigkeits-Reporting nutzen wird.

Auf dem Weg zu einem integrierten Nachhaltigkeits-Reporting sind allerdings noch einige Hürden zu überwinden. Denn bislang beklagen viele Unternehmen, dass sie noch keine Standards für ihre Nachhaltigkeits-Reports definiert haben. Dies mindert aus Sicht der Stakeholder die Vergleichbarkeit der Berichte. Einer der zentralen Forderungen der Stakeholder ist eine bessere Integration der bestehenden Berichte und Verknüpfung der Informationen. Außerdem sollten Unternehmen noch systematischer über ihre nachhaltigen Aktivitäten berichten, z.B. in Pressemitteilungen oder auf ihrer Homepage.

Nachhaltig messen mit Kennzahlen

Um nachhaltiges Verhalten auf allen operativen Ebenen umzusetzen ist es wichtig, ein Kennzahlen-Set zu entwickeln. Die meisten Unternehmen befinden sich noch in einer frühen Phase, was die Entwicklung dieses Kennzahlen-Sets angeht. Allerdings reifen die Berichte mit zunehmender Erfahrung schnell. Je länger sich ein Unternehmen mit Nachhaltigkeit beschäftig, desto ausgefeilter sind auch die Kennzahlen. Hinzu kommt, dass Branchen-Führer mit Best Practices Standards setzen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Es bestehen zahlreiche Themenfelder, die mit Kennzahlen gemessen werden können. Die wichtigsten vier werden hier vorgestellt:

  • Energie und CO2-Emission: Typischerweise werden in dieser Kategorie der Energieverbrauch und die Menge an ausgestoßenen Treibhausgasen dargestellt.
  • Abfälle und Recycling: In dieser Kategorie stehen die Reduktion der Abfälle und die Recycling-Maßnahmen im Vordergrund.
  • Wertschöpfungsmanagement und landwirtschaftliche Praktiken: Diese Punkte können abgebildet werden mit Kennzahlen, die den fairen Umgang mit Lieferanten nachweisen, Auswahlkriterien für nachhaltig arbeitende Lieferanten darlegen oder schonende landwirtschaftliche Bearbeitungsmethoden bezeugen.
  • Umgang mit Mitarbeitern, Gleichstellung und Diversität: Diese Kennzahlen beziehen sich beispielsweise auf die Arbeitssicherheit, den Umgang mit Kinderarbeit sowie Training und Weiterbildung.

Grundlagen

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG publizierte den Beitrag „Measuring Up: Improving Sustainability in Consumer Markets“ im Sommer 2011. An der Studie nahmen 132 Konsumgüterhersteller teil.

 

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Schlagworte zum Thema:  Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitscontrolling, Reporting, Green Controlling

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