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Mit Innovationsfähigkeit zu mehr Erfolg

Nur jedes dritte deutsche Unternehmen hat Innovation im Fokus. Die Strategien von Innovationsführern können dabei unterstützen, nachhaltig Wachstumspotenziale zu generieren.

Zum Status Quo der Innovationsfähigkeit in der deutschen Wirtschaft

Innovationen sind einer der entscheidenden Wachstumstreiber. Ergebnisse einer aktuellen Umfrage untermauern diese. 56% der Studienteilnehmer, die nach eigener Einschätzung bei einem Innovationsführer arbeiten, berichten trotz Wirtschaftskrise von durchschnittlich 5% Wachstum pro Jahr. Bei Unternehmen, die Nachholbedarf bei ihrer Innovationsfähigkeit haben, berichteten lediglich 28% der Manager von dieser positiven Entwicklung.

In Zukunft wird die systematische Steuerung von Innovationen für den Unternehmenserfolg noch wichtiger. 26% der Studienteilnehmer merken schon jetzt den hohen Einfluss von Innovationen auf ihr Geschäftsmodell. Weitere 29% erwarten dies spätestens bis zum Jahr 2015. Die Aussagen können je nach Industrie variieren. So liegen die Werte in der Automobilindustrie, dem Energiesektor und der Informations- und Telekommunikationsindustrie deutlich höher.

Was Innovationsführer auszeichnet – und was nicht

Innovationsführer weisen spezielle Merkmale auf, um ihre Innovationsfähigkeit gewinnbringend zu steuern und erfolgreich am Markt zu platzieren. Dazu zählen im Einzelnen:

  1. Nachhaltig reproduzierbare Wettbewerbsvorteile schaffen
    Technikbasierte Innovationen bilden nur eine von vielen Möglichkeiten ab. Die Kombination aus neuen Technologien, einem zukunftsweisenden Markenimage und revolutionären Geschäftsmodellen kann nachhaltig Wettbewerbsvorteile schaffen.
  2. Organisatorische Verankerung
    Um Wettbewerbsvorteile zu erzielen, muss die gesamte Organisation auf die Erhöhung der Innovationsfähigkeit ausgerichtet werden. Die Verankerung der Innovationsfähigkeit in die Unternehmensstrategie stellt oft die größte Herausforderung dar. 52% der Innovationsführer bestätigen, dass ihr Unternehmen über eine wirkungsvolle Innovationsstrategie verfügt. Bei den anderen Unternehmen sind es lediglich 22%. Weitere 58% der Innovationsführer geben an, in einem fest etablierten Innovationskomitee neue Ideen zu evaluieren. Im Vergleich dazu nutzen nur 32% der anderen Unternehmen ein Komitee.
  3. Verknüpfung mit dem Anreizsystem
    Zusätzlich zur organisatorischen Verankerung sollte die Innovationsfähigkeit insgesamt im Managementprozess eines Unternehmens verankert werden. Innovationsführer verfügen häufig über ein unternehmensweites Innovationsmanagement mit klaren Verantwortlichkeiten und gesonderten Vereinbarungen und Budgets für Innovationsziele. Darüber hinaus richten sich auch die Personalentwicklung und die individuelle Anreizgestaltung an der Innovationsstrategie aus.

Drei Hebel für strategisches Innovationsmanagement

Umfrageergebnisse belegen, dass viele Unternehmen ihr Innovationspotenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Drei zusätzliche Hebel können dabei unterstützen, zusätzliches Wachstum durch Innovationen zu generieren.

  1. Innovationsfähigkeit mit Hilfe einer expliziten Innovationsstrategie erhöhen
    Zusätzliche Wachstumspotenziale erschießen sich durch die Verbindung der Gesamtstrategie mit der Innovationsstrategie. Eine wirksame Innovationsstrategie beinhaltet den gesamten Managementansatz inklusive Organisationskultur und interner Prozesse.
  2. Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit fördern ist Chefsache
    Organisationsstrukturen, die einer unternehmensweiten Zusammenarbeit entgegen stehen, sollten kritisch hinterfragt werden. Eine gesonderte Managementfunktion, die sich explizit mit der Hebung von Innovationspotenzialen beschäftigt, kann große Unterstützung bieten.
  3. Innovationspotenzial der Mitarbeiter und Führungskräfte gezielt fördern
    Ziel der Personalentwicklung sollte es sein, Mitarbeitern und Führungskräften eine der zentralen Innovationskompetenzen zu vermitteln: die kreative Zusammenführung von technischen Entwicklungen und Marktanforderungen.

Grundlagen

Der Beitrag „Nur jedes dritte deutsche Unternehmen hat Innovation im Fokus“ wurde im März 2011 von der Unternehmensberatung Oliver Wyman veröffentlicht. Die Ergebnisse beruhen auf einer Oliver Wyman-Umfrage und dem FTD-Entscheiderpanel. An dem Panel nahmen knapp 900 Topentscheider aus der deutschen Wirtschaft teil.

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