08.04.2011 | Controllerpraxis

Lieferantenbeziehungen mit hohem Mehrwert erfolgreich führen

Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Unternehmen wollen langfristige strategische Partnerschaften mit ausgewählten Lieferanten entwickeln. Hier hat die Wirtschaftskrise zu einem Überdenken der Wertschöpfungskette geführt.

Klasse statt Masse bei Lieferantenbeziehungen

Wie eine KPMG-Studie ergab, wollen 41 % der Teilnehmer in den nächsten zwei Jahren die Anzahl ihrer Lieferanten deutlich reduzieren. Im Gegenzug soll die Zusammenarbeit mit den verbleibenden Lieferanten strategisch ausgebaut und langfristiger ausgestaltet werden. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die von der Effizienz und Verlässlichkeit ihrer Wertschöpfungskette besonders überzeugt sind. Unter diesen Top-Performern stimmen sogar 53% dieser Aussage zu.

Einige Unternehmen haben bereits vorgemacht, wie die Lieferantenbeziehungen strategisch neu ausgerichtet werden können.

  • So hat der amerikanische Industriekonzern Legett & Platt in den letzten Jahren die Anzahl seiner Lieferanten von 60.000 auf 17.000 reduziert.
  • Ähnlich ging auch der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce vor: Anstelle mehrerer hundert Zulieferer pro Programm sind es nunmehr 50 bis 100.

Viele Baustellen von IT-Integration bis hin zu regionaler Differenzierung

Abgesehen von der langfristigeren Ausrichtung und der Konsolidierung der Lieferantenbeziehungen sehen die Studienteilnehmer weitere Handlungsbedarfe für die nächsten Monate. Dazu zählen insbesondere:

  • die lokale Auswahl strategischer Lieferanten, die in oder nahe der Zielmärkte ansässig sind (37% der Antworten),
  • die Integration der eigenen IT mit den Systemen der Lieferanten (30% der Antworten)
  • regionale Gruppierung der Wertschöpfungskette nach erwarteter Nachfrageentwicklung (28% der Antworten) und
  • die Re-Integration von Teilen der Lieferantenkette in das eigene Unternehmen (24% der Antworten)

Zukünftiger Wettbewerb läuft gemeinsam über Netzwerke

Einzelne Industrien oder Unternehmen wachsen mit der Zeit zu komplexen Netzwerken zusammen. D.h. nicht Einzelkämpfer sondern gut abgestimmte Netzwerke stehen zukünftig im Wettbewerb. Über die Hälfte der Studienteilnehmer plant, diesen Netzwerkgedanken in den kommenden Jahren aktiv umzusetzen. Zu den wichtigen Bereichen der Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette zählen:

  • Kostensenkungen (55% der Antworten)
  • Steigerung der Flexibilität der Wertschöpfungskette (54% der Antworten)
  • Produktinnovationen (48% der Antworten)
  • Produktentwicklungen (43% der Antworten)

Die Unternehmen, welche ihre Wertschöpfungskette als besonders erfolgreich einschätzen, folgen diesem Trend besonders intensiv. Dies ist besonders bei Kostenreduktionen und der Flexibilität der Wertschöpfungskette der Fall.

Grundlagen

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Zusammenarbeit mit der Economist Intelligence Unit haben die Studie „Global Manufacturing Outlook: Relationships, Risks and Reach“ im September 2010 veröffentlicht. 196 Manager weltweit nahmen an der Studie teil.

Schlagworte zum Thema:  Kostenmanagement, Effizienzsteigerung, Kostensenkung

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