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Integrierte Kundennutzenorientierung und Product Value Management bei RECARO

Innovation und Kundenorientierung sind unverzichtbar, müssen aber auch rentabel sein. Um diese letzte Bedingung auch effizient zu erfüllen, suchte RECARO lange nach einer Software-Lösung. Schließlich entwickelte sie die Anwendung selbst.

Do-it-yourself-Lösung nach erfolgloser Suche

Die Firma RECARO ist für innovative Sitzausstattungen für Fahrzeuge der Oberklasse bekannt. Entsprechend der Modellentwicklung der Autohersteller muss auch RECARO bei den Innovationen Schritt halten. Tobias Müller, Leiter Product Value Management, zeigte, wie RECARO zur Sicherstellung einer rentablen Produktentwicklung schließlich eine eigene Softwarelösung schuf, nachdem keine Anwendung am Markt die Anforderungen erfüllte.

Product Value Management über den Produktlebenszyklus hinweg

Der Ansatz des Product Value Managements unterstützt die Rentabilität von Produkten von der Marktkonzeption über den ganzen Lebenszyklus hinweg bis zum Produktionsende.

In der Konzeptphase (Marktvorbau) liegen

  • Markt-und Zielpreisbestimmung,
  • Definition der Kundenanforderungen und Produktspezifikation.

Während der technischen Entwicklung stehen Zielkostendefinition und Kalkulationserstellung mit folgenden Aufgaben am Anfang:

  • Festlegung des Gewinns und der Produktzielkosten (Einmalkosten und laufende Kosten).
  • Ermittlung der kalkulierten beeinflussbaren Produktkosten und der Zielkostenlücke.

Zur Schließung der Zielkostenlücke und Eskalation werden Wert- und Kostentreiber identifiziert. Bei offenen Zielkostenlücken werden frühzeitig Entscheidungen (auch durch übergeordnete Hierarchieebenen) herbeigeführt.

Während der Serienproduktion dienen Produktbeobachtung und -bewertung im interdisziplinären Team dazu, die nachhaltige Erreichung der festgelegten Produktlebenszyklusziele zu überprüfen. Zur Sicherstellung der kontinuierlichen Ergebnisverbesserung werden die Produktkosten ständig verfolgt und nach Möglichkeit gesenkt.

Anforderungen an die Softwarelösung

Um Produkte effizienter, schneller und kostengünstiger zu entwickeln, suchte RECARO eine Lösung, die Informationen aus diversen Funktionsbereichen (Vertrieb, Entwicklung, Einkauf, Produktion, Controlling) bzw. deren IT-Systeme (u .a. diverse SAP-Module, Excel, Project, WORD, Einkaufs-Datenbanken, CAD-Systeme und Stücklistenverwaltung) integrieren kann. Ein Beispiel für eine derartige IT-Infrastruktur zeigt Abb. 2. Dabei sollte insbesondere eine Simulation der Erlöse beim Austausch einzelner Komponenten möglich sein.

Das Ziel war eine phasen– und bereichsübergreifende Verbindung von Prozess und Methode. In den fünf PVM-Modulen sind jeweils verschiedene Instrumente integriert, die jeweils mit der im Unternehmen verwendeten Softwarelösung verbunden werden können.

Praxiseinsatz bestätigt die Erwartungen

Während des nunmehr einjährigen Einsatzes in der Praxis hat die Software die Erwartungen erfüllt.

Das zentrale Dokumentenmanagement hat den Informationsaustausch vereinfacht.

Die gemeinsame Wissensbasis hat die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern (Lieferanten) und Kunden verbessert.

Durch die systemseitige Vernetzung läuft die Kommunikation schneller.

Einzelprozesse werden in abteilungs- und unternehmensübergreifende Workflows zusammengeführt.

Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass RECARO die Software nun selbst über eine Tochtergesellschaft vermarktet.

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