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Hohe Anforderungen, große Möglichkeiten: Controller als Business Partner bei Henkel

Im Konsum- und Industriegüterkonzern Henkel nimmt der Controller künftig eine Schlüsselrolle ein. Als Business Partner des Managements zeichnet sich der Controller von heute durch Eigeninitiative, Innovationskraft und Kreativität aus, übernimmt breite Verantwortung und ist bei strategischen Entscheidungsprozessen involviert. (CfC-Serie, Teil 7)

In seinem Vortrag auf dem 5. Campus for Controlling sprach Carsten Knobel, Leiter Konzerncontrolling der Henkel AG, über die Umsetzung des Business Partner Konzepts beim Im markenorientierten und durch Innovation getriebenen Konsum- und Industriegüterkonzern Henkel. Dabei ging er auch auf die Rollenveränderung der Henkel-Controller von Financial Controllers hin zu Business Partnern ein. Die Zeiten, in denen vergangenheitsbezogene Berichte und reine Kennzahlen bezogene Themen im Mittelpunkt der Tätigkeit standen, sind längst vorbei.

Hohe Erwartungen an Controller

Zu Beginn seines Vortrages stellte Carsten Knobel die Erwartungen und Anforderungen der Henkel Manager an die Controller vor. Controller sollen in diesem Kontext die Rationalität der Geschäftsentscheidungen sicherstellen und die Entscheidungsprozesse vorbereiten sowie begleiten. Dafür müssen sie

  • in konstruktiver und fairer Weise einen hoch qualifizierten Dialog zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern und Funktionsbereichen leiten,
  • dabei pro aktiv mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen sowie
  • bei den relevanten Entscheidungsprozessen involviert sein.

Als weitere Anforderungen stellte Carsten Knobel

  • die Bereitstellung von Informationen mit hoher Qualität und Geschwindigkeit,
  • das „out of the box“ Denken sowie
  • das Einbringen herausfordernder Ideen in den Vordergrund.

Der Business Partner bei Henkel ist damit schließlich sowohl Finanzspezialist als auch strategischer Berater, schaut in die Vergangenheit genauso wie in die Zukunft, und zeichnet sich durch Proaktivität, holistische Kommunikation sowie seine Unterstützung bei relevanten Entscheidungsfindungsprozessen aus. Damit übernimmt er eine Schlüsselrolle im Unternehmen, um sich vom Wettbewerb zu distanzieren.

Musterkarriere vom Controller zum Financial Director

Im weiteren Verlauf seines Vortrages zeigte Carsten Knobel an Hand der Neuentwicklung des Controllers einer Geschäftseinheit hin zum Financial Director, wie das Konzept des Business Partners in die Realität bei Henkel umgesetzt wird. Künftig zählen zu seinem Verantwortungsbereich neben den Aufgaben des reinen Controllings sowie des Finanzbereichs das Business Development, die Verantwortung für Marktforschung und Medien. Die beiden letzten Zentralbereiche stehen für die zwei größten unabhängigen Kostenblöcke im Konzern.

Der Financial Director erfüllt heute nicht alleine die Funktion des reinen Beraters des Managements der jeweiligen Geschäftseinheit bei Angelegenheiten, welche Controlling- und Finanzthemen berühren, sondern steht bei kommerziellen Fragen mit strategischem Hintergrund zur Seite und stellt sein Geschäftswissen pro aktiv entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Verfügung.

Controlling Comitee setzt konzerninterne Controlling-Standards

Eine weitere zentrale Neuentwicklung im Controlling-Bereich ist das konzernübergreifende Controlling Komitee, das auch konzernintern kurz „CoCo“ genannt wird. Dieses bringt alle Controlling Einheiten auf einer monatlichen Basis zusammen. Dazu werden sowohl vom Konzerncontrolling, den funktionalen als auch lokalen Controlling Einheiten einzelne Mitglieder zu den Treffen entsandt.  Der Fokus des Komitees liegt auf den Bereichen der Planung, des Forecastings, des Risikomanagements, der Systemintegration und –verbesserung, des Business Partnering sowie der Prozessstandardisierung.

Das CoCo trifft sich darüber hinaus einmal im Jahr für mehrere Tage um gemeinsam über Strategien zu beraten, in Workshops zusammen zu arbeiten und das Netzwerken zu ermöglichen. Das CoCo ist damit zum obersten Gremium der globalen Henkel Controlling Community herangewachsen.

Inhaltlicher Fokus auf Volatilität der Rohstoffmärkte und Nutzen von Wachstumschancen

Abschließend ging Carsten Knobel in seinem Vortrag auf die Herausforderungen auf finanzieller Ebene, die vor Henkel liegen, ein. Dazu zählen das Nutzen der Wachstumspotenziale in neuen Märkten über Markteintritte und Akquisitionen sowie die Begegnung der stark zunehmenden Volatilität an den Rohstoffmärkten mit gesteigerter Kosten- und Cash-Disziplin. Weiterhin heißt es, die Leverage Vorteile der weiter zunehmenden Digitalisierung Gewinn bringend zu realisieren und die starken Wettbewerber zu übertreffen.

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