29.11.2013 | Green-Controlling-Preis 2013

Flughafen Stuttgart und Volkswagen ausgezeichnet

Bild: Internationaler Controller Verein.

Der Green-Controlling-Preis 2013 wurde gestern an die Flughafen Stuttgart GmbH und die Volkswagen AG verliehen. Ausgezeichnet wurden die Lösungen „fairport Controlling“ (Flughafen Stuttgart) sowie das Umweltcontrolling im Rahmen von "Think Blue. Factory.“ (Volkswagen).

Seit 2011 zeichnet der Internationale Controller Verein (ICV) alljährlich die innovativsten und effektivsten Controlling-Lösungen zur Gestaltung und Umsetzung ökologisch orientierter Strategien, Programme und Projekte aus. Eine Jury mit ICV-Experten unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth (Horváth AG, IPRI gGmbH, Leiter der ICV-Ideenwerkstatt) wählt die besten integrativen Lösungen, die von Controllern in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen maßgeblich initiiert bzw. mitgestaltet werden. Prof. Horváth verlieh gemeinsam mit dem ICV-Vorstandsvorsitzenden Siegfried Gänßlen, CEO der Hansgrohe SE, den Green-Controlling-Preis 2013. Der mit 10.000 EUR von der Péter Horváth-Stiftung gestiftete Preis wurde im Rahmen der Fachtagung „Controlling Competence Stuttgart – CCS 2013“ im IBM-Forum Ehningen bei Stuttgart übergeben.

„fairport Controlling“ zur Steuerung der Nachhaltigkeitsperformance
Das ausgezeichnete „fairport Controlling“ ist ein Ansatz zur Steuerung der betrieblichen Nachhaltigkeitsperformance der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG). Die Flughafengesellschaft hatte einen fairport-Kodex entwickelt und darin ihre Nachhaltigkeitsziele formuliert. Diese integriert die FSG in ihre strategische und operative Planung, Steuerung und Kontrolle, die Investitionsrechnung sowie in die interne und externe Berichterstattung. So vervollständigen ökologische Merkmale die Unternehmenssteuerung der FSG. Das Green Controlling ist zentrale Instanz für das Reporting ökologischer Aspekte im Unternehmen und gleichzeitig Koordinator und „Rationalitätssicherer“.

Das Controlling der FSG hat mit dem Aufbau des Green Controllings den Horizont des eigenen Aufgabenbereichs um ökologische Informationen erweitert. Es stellt eine integrative und konsistente Datenhaltung und -verwen­dung zur Verfügung. Die Arbeitsteilung zwischen Controlling und Umweltmanagement sichert die Einhaltung von Controlling-Standards und ermöglicht eine Datenversorgung des Managements „aus einer Hand“: Parallelsysteme werden vermieden.

Der Stuttgarter Flughafen optimiert sein Nachhaltigkeitscontrolling kontinuierlich. Um das Projekt fortzuführen, integriert die FSG derzeit auch soziale Aspekte in die Unternehmenssteuerung.

Umweltcontrolling der „Think Blue. Factory.“ bei Volkswagen
Die Umweltbelastungen in der Produktion der Marke Volkswagen sollen bis 2018 um 25 Prozent pro Fahrzeug sinken. Die Strategie „Think Blue. Factory.“ verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt. Die Herausforderung im Umweltcontrolling besteht darin, die ausgeprägte Wertschöpfungstiefe der 27 Standorte weltweit abzubilden und dabei komplexe Daten und Messgrößen über einen Projektzeitraum von acht Jahren sicher und konsistent zu erfassen.

Alle Bestandteile des Green-Controlling-Ansatzes wurden für die  Marke Volkswagen entwickelt und validiert. Das Umweltcontrolling durch „Think Blue. Factory.“ besteht nicht nur aus der reinen Verfolgung und Berichterstattung der Umweltkennzahlen, sondern auch aus vielen Steuerungsinstrumenten des Change Managements.

Die o. g. Zielvorgabe bedeutet, dass pro Fahrzeug und Komponententeil im Vergleich zu 2010 die wesentlichen Umweltkennzahlen (KPI) der Produktion – Energie, Kohlendioxid, Wasserverbrauch, Abfall und Lösemittelemissionen betreffend – reduziert werden sollen. Um „25 Prozent weniger“ messen und steuern zu können, musste zunächst für jeden Standort eine geeignete Absprungbasis 2010 definiert werden. 

Innovatives Kennzahlensystem
Die herausragende Innovation der Umweltcontrolling-Lösung von Volkswagen ist das KPI-Berichtswesen mit seinen innovativen Auswertungen und Prognosen. Eine solche Unterstützung der Unternehmenssteuerung, die über die reine Kennzahlenverfolgung hinausgeht, ist neu in der Automobilindustrie. Die implementierte Lösung ist Teil der Marken- und Konzernumweltstrategie und direkt in die Unternehmensprozesse integriert.

Die Marke Volkswagen konnte bereits in den ersten beiden Jahren mehr als 10 Prozent der Umweltbelastung pro Auto im Bereich der Produktion reduzieren. Damit einher gehen entsprechende Kosteneinsparungen je Auto durch verringerte Kosten für Energie, Abfall und Wasser.

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