11.04.2012 | Controllerpraxis

Gehälter in kaufmännischen Bereichen steigen in 2012 deutlich

Angestellte in den kaufmännischen Bereichen durften sich 2011 über ein deutliches Gehaltsplus freuen und auch für 2012 sind Steigerungen absehbar. Dies ist das Ergebnis einer Kienbaum-Studie, die auch Zusatzleistungen wie Boni, betriebliche Altersvorsorge und Dienstwagen analysierte.

Deutliches Gehaltsplus für Kaufleute

Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmen ihren kaufmännischen Angestellten 3,4 % mehr Grundgehalt gezahlt als 2010. Führungskräfte schnitten mit 3,8 % Gehaltssteigerung sogar noch besser ab. Fachkräfte erhielten mit 3% ein etwas kleineres Gehaltsplus. Auch für 2012 sind die Aussichten nicht schlecht. Nach Meinung von Experten sollten zwischen 2,5 % bis 3,4 % Gehaltssteigerungen machbar sein. Das sind erfreuliche Einschätzungen, auch wenn sie etwas geringer ausfallen als 2011. Viele Unternehmen sind aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage vorerst vorsichtiger geworden.

Die Durchschnittsgehälter im kaufmännischen Bereiche liegen bei 123.000 EUR für Führungskräfte und bei 67.000 EUR bei Fachkräften. An der Spitze der Gehaltsskala liegen die kaufmännischen Gesamtleiter mit 171.000 EUR, gefolgt vom Leiter Vertrieb mit 147.000 EUR. Danach kommt der Leiter der Unternehmensplanung und entwicklung mit einem Jahressalär von 146.000 EUR.

Hochwertige Abschlüsse schlagen sich im Gehalt nieder

Universitätsabschluss und Promotion zahlen sich aus. Der Gehaltsunterschied zwischen kaufmännischen Führungskräften mit und ohne Promotion liegt bei immerhin 30.000 EUR im Jahr. Auch bei Fachkräften schlägt sich die Promotion deutlich im Gehalt nieder. 92.000 EUR verdienen Kollegen mit Titel, während nicht promovierte Fachkräfte mit Universitätsabschluss 78.000 EUR nach Hause bringen.

Bei den Führungspositionen dominieren mit 38 % die Hochschulabsolventen vor den FH-Absolventen mit 24 %. Bei den Fachkräftepositionen kehrt sich die Situation um. Hier sind mit 21 % mehr FH-Absolventen vertreten als Uni-Absolventen mit 19 %.

Erfolgsbeteiligung durch variable Gehaltsbestandteile

Variable Vergütung hat sich in deutschen Unternehmen etabliert. 88% der Führungskräfte in 75% der befragten Unternehmen erhalten Sonderzahlungen in Form von Boni, Prämien und Tantiemen. Im Schnitt erhalten Führungskräfte 28.000 EUR und Fachkräfte 11.000 EUR variable Bezüge pro Jahr. Diese Summen sind ganz ordentlich und signalisieren, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht nur als Kostentreiber betrachten, sondern auch als Teilhaber am unternehmerischen Gewinn.

Attraktive Zusatzleistungen: Altersvorsorge und Firmenwagen

Vorsorgeleistungen stehen hoch im Kurs. Fast 80 % der Führungskräfte und 73 % der Fachkräfte erhalten eine betriebliche Altersvorsorge. Mit 55 % bzw. 40 % gehört die Direktversicherung zu den häufigsten Versicherungsformen. Gefolgt wird sie von der Unfallversicherung, die 72 % der Führungskräfte und 55 % der Fachkräfte von ihrem Arbeitgeber erhalten. Die Versicherungssumme beläuft sich auf 210.000 EUR bzw. 118.000 EUR.

Bei kaufmännischen Angestellten erfreut sich der Firmenwagen großer Beliebtheit. 62 % der Führungskräfte und 36 % der Fachkräfte kommen in den Genuss eines Dienstwagens. Zu den beliebtesten Marken zählen bei Führungskräften:

  1. Audi mit 35 %
  2. BMW mit 33 % und
  3. Mercedes mit 14 %

Fachkräfte haben eine etwas modifizierte Rangordnung bei den Automarken:

  1. VW mit 36 %
  2. Audi mit 18 % und
  3. BMW mit 13 %

Auch beim Budget gibt es Unterschiede. Führungskräfte haben rund 44.000 Euro für einen Dienstwagen zur Verfügung, während Fachkräfte mit 32.000EUR auskommen müssen.

Grundlagen

Die Managementberatung Kienbaum untersuchte über 5.700 Einzelpositionen in 711 Unternehmen und publizierte die Ergebnisse im Dezember 2011 im „Vergütungsreport 2011: Führungs- und Fachkräfte in kaufmännischen Funktionen“.

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