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Fit im Wettbewerb? Permanenter Wandel ist effektiver als ein isoliertes Projekt

Unternehmen müssen in der Lage sein, sich kontinuierlich an neue Herausforderungen anzupassen. Die Fähigkeit zum Wandel muss in der Unternehmenskultur verankert werden und jederzeit abrufbar sein. Isolierte, periodische Restrukturierungen reichen nicht aus.

Wie steht es um die Wandlungsfähigkeit der Unternehmen?

Eine der größten Herausforderungen eines erfolgreichen Wandels besteht darin, dass alle Beteiligten zur richtigen Zeit gemeinsam an einem Strang ziehen. Schulungen und Kommunikationsprogramme werden häufig erst relativ spät im Prozess aufgesetzt, um die Mitarbeiter vorzubereiten. Diese klassische Herangehensweise an Veränderungsprozesse ist jedoch wenig zeitgemäß. Wenn Wandlungsprogramme isoliert und punktuell stattfinden, kann sich eine kontinuierliche Wandlungsfähigkeit kaum entwickeln, so eine Studie von der Unternehmensberatung Accenture.

Zahlreiche Manager schätzen ihr Unternehmen ähnlich kritisch ein. Fast die Hälfte von 674 Befragten gab an, mit der Wandlungsfähigkeit ihrer Firma nicht zufrieden zu sein. Diese Einschätzung bezogen sie auf die einzelnen Mitarbeiter und die Unternehmenskultur allgemein. Noch weniger Manager sind mit der Leistung der Verantwortlichen von Wandlungsprozessen zufrieden. Gerade einmal 10% waren der Meinung, dass die Personalabteilung bzw. vergleichbare Funktionen sehr gute Arbeit beim Wandlungsmanagement leisten.

Wie können Unternehmen Wandlungsfähigkeit implementieren?

Um sich optimal an eine neue Wettbewerbssituation anzupassen, werden im Folgenden fünf zentrale Maßnahmen genannt:

(1)   Ein unternehmensweites Netzwerk etablieren

Die Balance zwischen gebündelter und verteilter Expertise ist wichtig. Zum einen benötigen Unternehmen Experten, die über Fach- und Methodenkenntnisse im Wandlungsmanagement verfügen. Dies allein führt jedoch noch nicht zu unternehmensweit gelebten Werten. Es werden auch Multiplikatoren in den operativen Einheiten benötigt. Wichtig ist, dass ein enger Austausch zwischen diesem unternehmensweiten Netzwerk stattfindet.

(2)   Die Wandlungsfähigkeit systematisch erweitern

Für Unternehmen in einem sehr dynamischen Umfeld sind ad-hoc-Schulungen für die Mitarbeiter häufig nicht die erste Wahl. Nachhaltiger Erfolg stellt sich selten ein, weil die Kurse einmalig in kurzer Zeit einen bestimmten Wandlungsprozess begleiten sollen. Best-Practice-Unternehmen haben ihre Kompetenzen gebündelt und ein spezialisiertes Training-Zentrum eingerichtet. Dieses soll methodisch und inhaltlich unternehmensindividuelle Lösungen bereithalten, um zunächst das Top-Management, die Multiplikatoren und schließlich alle involvierten Manager zu begleiten.

(3)   Multiplikatoren ausbilden

Das Führungsteam eines Unternehmens muss nach dieser relevanten Kompetenz ausgewählt und fortgebildet werden. Dies ist eine wichtige Erfahrung, die z.B. Manager von Nokia Siemens Network bei der Zusammenführung beider Unternehmen in 2007 gesammelt haben. Diese etablierten ein umfassendes Wandlungsmanagement-Programm in über 100 Ländern, das über 300 Kundenteams betraf. Begleitet wurde dies von einem Weiterbildungsprogramm für Führungskräfte, um intern die Fähigkeit zum Wandlungsmanagement auszubauen.

(4)   Erwünschte Verhaltensweisen definieren und belohnen

Die nachhaltige Anpassung der Unternehmenskultur ist essentiell, um die Wandlungsfähigkeit zu verankern. Allerdings wirkt der Begriff „Kultur“ häufig unspezifisch. Die Konkretisierung der zentralen Dimensionen kann Hilfe bieten. Dabei können sich Unternehmen z.B. auf neue Wege zur Generierung von Innovationen fokussieren, die Weiterbildung von Mitarbeitern vorantreiben und die Führungskräfteentwicklung modifizieren.

(5)   Regelmäßiges Monitoring

Um den Erfolg einer Wandlungsinitiative zu beurteilen sind aussagefähige Kennzahlen zu definieren. Diese sollten in regelmäßigen Abständen geprüft werden, um die Nachhaltigkeit der neu erworbenen Wandlungskompetenz zu erfahren.

Grundlagen

Die Unternehmensberatung Accenture veröffentliche in 2010 die Publikation „The change-capable organization“ im Journal of high-performance business. Befragt wurden über 674 Manager, wie sie die Wandlungsfähigkeit ihrer Organisation einschätzen.

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