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Fit im Wettbewerb durch Kooperation: Interne Netzwerke sind die besseren Strukturen

Die klassische Unternehmensorganisation wird den modernen Anforderungen immer weniger gerecht. Unternehmen müssen daher alternative Modelle entwickeln, interne Kooperation fördern und die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter verbessern.

Klassische Strukturen nach Funktionen reichen nicht mehr aus

Unternehmen müssen bei ihrer Organisation über "klassische" funktionsübergreifende Zusammenarbeit hinauszugehen und dazu

  • alternative Organisationsmodelle umsetzen,
  • Rollen stärken, die die Zusammenarbeit fördern, und
  • ihre Mitarbeiter entsprechend schulen.

Nur so werden sie sich im zunehmenden Wettbewerb behaupten können. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuell von der Unternehmensberatung Roland Berger durchgeführten Studie, an der 20 Unternehmen aus verschiedenen Branchen teilgenommen haben. Untersucht wurde im Rahmen dieser Studie, wie Unternehmen "klassische" funktionsübergreifende Zusammenarbeit hinter sich lassen können.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • die steigenden Kundenanforderungen,
  • der weltweit zunehmende Wettbewerb und
  • das erschöpfte Potenzial innerhalb der Funktionen

Dadurch werden Unternehmen gezwungen, sich Synergien über eine funktionsübergreifende Integration zu erschließen.

Gemischte Projektteams sind keine optimale Lösung.

Dabei verlassen sich viele Unternehmen nach wie vor auf "klassische", auf Taskforces basierende funktionsübergreifende Zusammenarbeit, etwa gemeinsame Beschaffungsteams aus den Bereichen Einkauf, Entwicklung und Produktion. Diese "klassische" funktionsübergreifende Zusammenarbeit ist allerdings immer häufiger immer weniger erfolgreich. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass dies vor allem auf

  • unzureichende Anreize,
  • die Angst der Verantwortlichen vor Einflussverlust sowie
  • unzureichende interne Ressourcen

zurückzuführen ist.

Führung durch Motivation ersetzt hierarchische Strukturen

Unternehmen müssen deshalb ihre Managementsysteme an die neuen Anforderungen anpassen, die über eine "klassische" funktionsübergreifende Zusammenarbeit hinausgehen. Folgende drei Elemente sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen funktionsübergreifenden Zusammenarbeit:

  1. Alternative Organisationsmodelle:
    An Bedeutung gewinnen werden vor allem Strukturen, die auf Netzwerken beruhen. Derzeit betreiben viele Unternehmen funktionsübergreifende Zusammenarbeit basierend auf Projektstrukturen. Dabei kombinieren sie ihre Linienorganisation mit einem institutionalisiertem Projektmanagement. Auf Netzwerken basierende Strukturen über Funktionen, Länder und Hierarchien hinweg eignen sich allerdings besser für eine erfolgreiche funktionsübergreifende Zusammenarbeit.
  2. Die "Kümmerer" fördern
    Unternehmen müssen jene Rollen stärken, die eine Zusammenarbeit fördern, allen voran diejenigen Mitarbeiter, die auf operativer Ebene ein Projekt, einen Prozess oder eine Aufgabe vorantreiben und zwischen verschiedenen Stakeholdern moderieren. Erfolgreiche Unternehmen stärken die Karrierechancen der verantwortlichen Mitarbeiter aktiv.
  3. Motivation statt Befehlsgebung
    Unternehmen müssen die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter verbessern, um sie auf ein weniger hierarchisches und strukturiertes Umfeld vorzubereiten. Mitarbeiter müssen zunehmend in der Lage sein, das große Ganze zu sehen und gleichzeitig die Fähigkeit entwickeln, andere zu überzeugen, anstatt Befehle zu erteilen.

Systematisches Change Management ist gefragt

Eine derartige Umgestaltung der internen funktionsübergreifenden Zusammenarbeit erfordert grundlegende Strukturveränderungen in den Unternehmen. Damit diese Veränderungen erfolgreich sind, müssen sie im Rahmen eines Change-Management-Projekts systematisch etabliert werden.

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