25.08.2015 | Supply Chain Management

Fehlende Steuerungskonzepte bremsen Optimierung der Wertschöpfungskette aus

Bild: Haufe Online Redaktion

Kosteneffizienz, Flexibilität und neuerdings Nachhaltigkeit sind die wichtigsten Kriterien bei der Gestaltung von Wertschöpfungsketten. Doch in allen drei Aspekten sehen Supply Chain Manager noch Verbesserungsbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Managementberatung Horváth & Partners.

Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft

Gemessen an diesen Erfolgskriterien ist das Supply Chain Management in vielen Unternehmen noch nicht zufriedenstellend. Viele haben bis dato nur eine begrenzte Kosteneffizienz erreicht. Bei der Flexibilität und Nachhaltigkeit ist der Handlungsbedarf sogar noch größer. Optimierungspotenzial sehen die Befragten in allen funktionalen Bereichen ihrer Wertschöpfungsketten. Insbesondere die Beschaffung und Lagerhaltung werden jeweils von rund drei Viertel der Befragten als Optimierungshebel gesehen. „Um das volle Potenzial zu heben, sind eine Supply-Chain-Strategie sowie aus dieser heraus abgeleitete Prozesse und eine geeignete Organisationsstruktur mit klaren Verantwortlichkeiten nötig“, erklärt Studienleiter Julian Golder. Über 45 % der Unternehmen verfügen gemäß der Studie aber über keine oder eine nur ansatzweise definierte Supply-Chain-Strategie auf Standort- und Unternehmensebene. Auf Netzwerkebene, also unternehmensübergreifend, ist die Supply-Chain-Strategie nur in 5 % der Fälle vollständig implementiert. Rollen und Verantwortlichkeiten sind zwar in fast der Hälfte der Unternehmen definiert, werden jedoch nur in jedem fünften Unternehmen auch verstanden und gelebt.

Kein Fortschritt in der Steuerung

„Unsere Erfahrung zeigt, dass für die Beherrschung komplexer Wertschöpfungsketten ein durchgängiges Steuerungskonzept wesentlich ist“, gibt Christian Daxböck, Partner und SCM-Experte bei Horváth & Partners, zu bedenken. „Dies ist den meisten Unternehmen bewusst, sie setzen die Anforderungen jedoch noch unzureichend um.“ Nur rund die Hälfte der befragten Unternehmen hat Supply-Chain-Prozesse definiert und setzt entsprechende Kennzahlensysteme ein. Ein wirkungsvolles Maßnahmencontrolling führen sogar nur 35 % der Unternehmen durch. Die Studienteilnehmer geben selbstkritisch an, dass Supply-Chain-Strategien und eine dazu passende Organisationsstruktur zwar oft vorhanden sind, aber nicht gelebt werden. Zudem fehlen durchgängige Steuerungskonzepte, um das volle Potenzial ihrer Wertschöpfungsketten abzurufen.

Netzwerkgedanke wird gelebt

Positiv bewerten die Berater den Trend zur Kooperation mit Kunden bzw. Lieferanten im Supply Chain Management. Die Hälfte der Unternehmen unterstützt diese Zusammenarbeit durch Anreizsysteme wie

  • der Verlagerung von Einkaufsvolumen (50 %),
  • der Weitergabe von Kostenerhöhungen (48 %) und
  • Bonus-Malus-Regelungen (47 %).
  • Sonderkonditionen werden dagegen immer seltener gewährt (35 %).

Compliance-Anforderungen steigen

Um die Stabilität globaler Supply-Chain-Netzwerke zu gewährleisten rückt das Risikomanagement jetzt in das Blickfeld der Unternehmen. Trotz zunehmender Wirtschaftskriminalität, komplexer Datenschutzregelungen oder Produkthaftungspflichten betreibt knapp die Hälfte der Unternehmen noch kein Supply-Chain-Risikomanagement, sodass hier großer Handlungsbedarf besteht.

Schlagworte zum Thema:  Supply Chain Management, Nachhaltigkeit, Steuerung

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