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Entfeinerung der Planungsprozesse steigert Effektivität und Akzeptanz

Die Neugestaltung der Budgetierung bei der Benteler AG hat zu einer deutlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität im Planungsprozess geführt. Damit einher erhöhte sich die Akzeptanz für den Planungsprozess auf allen Ebenen. Die Kernprinzipien stellte Markus Happe in seinem Vortrag „Entfeinerung der Planungsprozesse“ auf der 13. Planungskonferenz vor. (Serie, Teil 3)

Unterschiedliche Perspektiven und Teilpläne integrieren

Nach einem kurzen Portrait über die Benteler-Gruppe berichtete Markus Happe über die Kernprinzipien des neu gestalteten. Planungsansatzes. So ist der neue Prozess als integrativer Ansatz zu verstehen, der

  • die strategische und die operative Planung einerseits und
  • die unterschiedlichen Teilpläne von der GuV über die Bilanz zu der Finanzplanung andererseits

eng miteinander verzahnt.

Verbindliche Vorgaben reduzieren Abstimmungsschleifen

Ebenfalls elementar für den neuen Ansatz ist eine klare Zielfokussierung. Verbindliche finanzielle Eckwerte als Ergebnis der strategischen Planung gehen als Top-down-Vorgabe an die Geschäftsbereiche. Die einzelnen Ebenen brechen die Vorgaben entsprechend nach unten, so dass der operative Planungsprozess auf Gesellschaftsebene effizient und ohne zeitraubende Abstimmungsschleifen durchgeführt werden kann. Die Planungsdauer auf Gesellschaftsebene konnte auf diese Weise signifikant reduziert werden.

Reduzierung der Planungsobjekte senkt den Aufwand

Um die Prozesseffizienz auf allen Ebenen zu ermöglichen, wurden die einzelnen Planungsobjekte einem kritischen Review unterzogen. Detailliert geplant werden nur mehr solche Objekte, die maßgeblichen Einfluss auf das Geschäft haben. Für die Planjahre zwei bis fünf wird der Detaillierungsgrad des ersten Planjahres zwar beibehalten, die jeweiligen Planungsläufe aber über automatisierte Relationen unterstützt. Auf diese Weise entsteht für das zweite Planjahr deutlich weniger als die Hälfte des Aufwands im Vergleich zum ersten Planjahr.

Rollierender Forecast als Basis der Jahresplanung

Neben den bereits beschriebenen Prinzipien hob Herr Happe insbesondere die Flexibilität des Planungsprozesses als weiteren zentralen Baustein hervor. Gerade für die Automobilzulieferindustrie ist es elementar, die Marktdynamik adäquat zu berücksichtigen. Dazu hat Benteler einen rollierenden Forecast mit einem gleichbleibenden Horizont über fünf Quartale neu eingeführt. Auf diese Weise kann die Vorschau auf das Folgejahr als Aufsatzpunkt für die Budgetierung genutzt werden.

Die skizzierten Ansätze haben zu einer deutlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität im gesamten Planungsprozess geführt. Damit einher ging eine erhöhte Akzeptanz für die Planung bei den Prozessbeteiligten auf allen Ebenen. Das Beispiel der Benteler International AG zeigt im besten Sinne die Potenziale moderner Budgetierungsansätze auf.

Der Referent

Markus Happe verantwortet bei Benteler die Abteilung Konzern-Planung & -Reporting. Darüber hinaus betreut er das Investitions-Controlling und das Risikoreporting, leitet Projekte mit Konzernrelevanz und unterstützt bei M&A-Aktivitäten.

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