16.11.2010 | Controllerpraxis

Einkaufs-Controlling: Unternehmen bleiben trotz Aufschwung auf der Kostenbremse

Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen sieht klare Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung. Dennoch bleibt Kostensenkung das Hauptthema in den Einkaufsabteilungen. Von den Beschaffungsbereichen werden deutliche Steigerungen der Wertbeiträge erwartet.

Höhere Akzeptanz der Einkaufsabteilungen

Der Einkauf ist nach Meinung von Einkaufsleitern (CPOs) einer der Gewinner der weltweiten Wirtschaftskrise. Sie hat den Einkaufsabteilungen in den Unternehmen zu einer deutlichen Akzeptanzsteigerung verholfen. Dies bestätigen über 60 % der CPOs in der von Capgemini Consulting Anfang Oktober veröffentlichten CPO-Studie 2010.  

Hohe Erwartungen mit optimierten Prozessen erfüllen

Mit der Bedeutung sind aber auch die Erwartungen an den Einkauf gestiegen. So haben sich die Einsparziele 2009 für mehr als die Hälfte der Unternehmen verdoppelt und verbleiben auch 2010 auf einem hohen Niveau.

Angesichts wieder steigenden Rohstoffpreisen, Konkurrenz um Lieferkapazitäten in anziehenden Märkten und weiter steigendem Wettbewerbsdruck suchen die Einkäufer nach Ansätzen zur nachhaltigen Kostenreduzierungen. Zu den bevorzugten Strategien zählen:

  • die Neuverhandlung von Verträgen,
  • die konsequente Ausschöpfung von Spielräumen bei bestehenden Verträge,
  • Initiativen zur gemeinsamen Produktoptimierung mit Partnern und Lieferanten,
  • die Absicherung von Preis- und Währungsrisiken sowie
  • die Auslagerung von Beschaffungsdienstleistungen.

Mehr als 60 % der Einkaufsmanager haben dabei die Wirtschaftskrise genutzt, um das Betriebsmodell des Einkaufs grundlegend zu überarbeiten und zu optimieren. Allerdings sind in Deutschland nur 50 % der Einkaufmitarbeiter mit strategischen, also wertsteigernden Aufgaben beschäftigt. Neben einer fehlenden Prozesseffizienz sehen zudem über 70 % der Einkaufsleiter im Recruiting von erfahrenen Einkaufsexperten einen Engpass oder verlieren junge Talente aufgrund der fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten zu häufig an andere Fachbereiche.

Zentralisierung und erweiterte Verantwortungsbereiche

Dabei zeigt die Studie einen unveränderten Trend zu zentralen Einkaufsorganisationen. Allerdings spielt die Nähe zu den Geschäftsbereichen, den Beschaffungsmärkten und die Verzahnung mit den Fachbereichen eine erfolgskritische Rolle in der Umsetzung. Dezentrale Einkaufsorganisationen bilden zunehmen die Ausnahme.

Neu, aber im internationalen Vergleich nicht überraschend ist der in der Studie erkennbare Trend, dass in Deutschland die Einkaufsabteilungen die direkte Verantwortung über Nichtproduktionsmaterialien und Dienstleistungen zu ihrem Ziel erklärt haben. Obwohl notwendige Hilfsmittel wie e-Procurement-Lösungen bereits weit verbreitet sind, scheint deren nachhaltige Einführung in Deutschland nur teilweise zu gelingen.

Zur Studie

Die Studie basiert auf den Einschätzungen von mehr als 150 Einkaufsleitern und wichtigen Entscheidern im Bereich Supply Chain Management aus Europa, Asien und Amerika teil.

Weitere Informationen und der vollständige Report unter: http://www.presseportal.de/go2/cpo_survey_2010

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