| Controlling, 13. Auflage - Interview

„Effizienzsteigerung“ auch bei Lehrbuch-Klassikern möglich

Das Autorenteam: Prof. Péter Horváth, Prof. Ronald Gleich und Prof. Mischa Seiter (v. l.)
Bild: Haufe Online Redaktion

In der 13. Auflage ist „Controlling“ kaum wiederzuerkennen. Ein neues Layout, erstmals ein Autorenteam – und dafür deutlich weniger Seiten. Die Autoren Prof. Péter Horváth, Prof. Ronald Gleich und Prof. Mischa Seiter erläutern, warum weniger auch mehr sein kann.  

Im September erschien die 13. Auflage des Lehrbuch-Klassikers „Controlling“. War bisher Prof. Dr. Dr. mult. Péter Horváth alleiniger Autor, so bildet er jetzt mit Prof. Dr. Ronald Gleich (EBS Universität für Wirtschaft und Recht) und Prof. Dr. Mischa Seiter (Universität Ulm), zwei langjährigen Weggefährten, ein Autorenteam. In diesem Interview erläutern sie die zahlreichen Änderungen in der Neuauflage.

Was sind die wichtigsten inhaltlichen Änderungen?

Péter Horváth: Für die 13. Auflage haben wir die grundlegendste Überarbeitung vorgenommen, seit die Erstauflage im Jahr 1979 erschienen ist. Der Anspruch dieses Lehrbuchs ist und war es immer, ein Gesamtkonzept des Controllings vorzulegen. Den konzeptionellen Rahmen bildet nach wie vor der koordinationsorientierte Controllingansatz. Jedoch haben wir festgestellt, dass viele Ausführungen, die die theoretische und praktische „Daseinsberechtigung“ des Controllings nachweisen wollten, heute nicht mehr nötig sind. Hier konnten wir kürzen und den Text somit inhaltlich straffen.

Ronald Gleich: Dafür haben wir die Praxisorientierung des Buchs deutlich erhöht. Durch viele Beispiele aus über zehn großen und mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Organisationen wie beispielsweise der Bosch-Gruppe, der Hansgrohe SE oder dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. wird dem Leser die Praxisrelevanz der einzelnen Controllingaspekte noch anschaulicher vor Augen geführt. Zusätzlich beginnt jedes Kapitel mit Statements von Praktikern zum jeweiligen Thema und schließt mit Wiederholungs- und Gestaltungsfragen, die dem Leser ermöglichen, sein Wissen zu testen und die eigene Organisation kritisch zu hinterfragen.

Mischa Seiter: Zudem haben wir das Buch auch thematisch auf den neuesten Stand gebracht und Themen wie Green Controlling, Big Data und Industrie 4.0 integriert. Zusammenfassend gesagt liegt nun ein aktuelles und umfassendes Lehrbuch mit wissenschaftlichem Anspruch vor, das sich gleichermaßen an Studierende und Praktiker wendet.

Welche weiteren Änderungen gab es?

Mischa Seiter: Neben der inhaltlichen Überarbeitung hat das Buch auch optisch einen „Relaunch“ erfahren: Die rund 400 Abbildungen wurden fast vollständig neu designt und der Text durch grafische Elemente leserfreundlicher gemacht. Außerdem haben wir ein größeres und dafür dünneres Hardcoverformat gewählt, das sich deutlich von den Vorauflagen unterscheidet. Für Dozenten haben wir die Abbildungen des Buchs online verfügbar gemacht, um einen Einsatz in der Lehre zu erleichtern.

Wie war die Arbeitsverteilung zwischen den Autoren?

Péter Horváth: Wir waren bei der Überarbeitung nun erstmals zu dritt: Ich wurde von Professor Ronald Gleich von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht (Oestrich-Winkel) und Professor Mischa Seiter von der Universität Ulm unterstützt, die ich bereits seit vielen Jahren kenne und schätze. Zu Beginn dieses zweijährigen Projekts haben wir gemeinsam die bereits angesprochenen Änderungen und die inhaltliche Straffung beschlossen.

Ronald Gleich: Jeder von uns übernahm dann die „Schirmherrschaft“ über je zwei oder drei Kapitel und führte eine erste Überarbeitung durch. Die Ergebnisse wurden dann von den anderen gesichtet und gemeinsam diskutiert, so dass wir dank dieses „Mehr-Augen-Prinzips“ nun ein Lehrbuch aus einem Guss vorliegen haben.

Die Praxisbeispiele haben wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern in den jeweiligen Unternehmen und Organisationen erarbeitet, um höchstmögliche Relevanz sicherzustellen.

Um welchen Aspekt der Veränderung gab es die intensivste Diskussion?

Péter Horváth: Die intensivste Diskussion ergab sich bei der Weiterentwicklung des koordinationsorientierten Controllingkonzeptes.

Wie ich meine, haben wir zweierlei erreicht: Wir haben die Konzeption sowohl um die neuen Ergebnisse der Theorie angereichert, aber auch den Praxisherausforderungen hinsichtlich der ökologischen und sozialen Unternehmensziele Rechnung getragen.

Herzlichen Dank für das Interview

Das Interview führte Günther Lehmann, Chefredakteur Compliance und Controlling, Haufe-Lexware.

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