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Digitalisierung bestimmt Innovationsthemen im Mittelstand

Bild: Corbis

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren in der Unternehmenspraxis stetig an Bedeutung gewonnen. So prägt das Thema mittlerweile auch die Innovationsthemen des Mittelstands, wie ein Innovationsreport der TU Dortmund, der TH Köln und Hyve zeigt. Die Innovationsführer zeichnen sich dabei durch ganz bestimmte Faktoren aus.

Disruptive Veränderungen dominieren Agenda

Das digitale Zeitalter hat Einzug in Deutschlands Unternehmen erhalten und auch der Mittelstand befasst sich mit dieser Thematik intensiv. Insbesondere dringen Aspekte der Digitalisierung und weiteren verwandten Themen auch in die Innovationsabteilungen der Unternehmen vor. In einem aktuellen Innovationsreport der TU Dortmund, der TH Köln und Hyve zeigt sich sehr deutlich, dass die derzeit relevantesten Innovationsthemen im Mittelstand im Spektrum Digitalisierung und Internet liegen. Folgende disruptive Innovationsthemen stehen im Mittelstand ganz oben auf der Agenda (Prozent der Unternehmen, die dem Thema eine hohe oder sehr hohe Bedeutung beimessen):

  • Digitalisierung: 47 %
  • Mobiles Internet: 41 %
  • Cloud Computing: 40 %
  • „Internet of Things“: 38 %
  • Automatisierung von Wissensmanagement: 32 %

Anderen sonst häufig genannten Trendthemen wie 3D-Druck (28 %), Robotertechnik (23%) oder autonomen Fahrzeugen (21%) wird in der Breite weniger Bedeutung beigemessen. Allerdings sind diese Aussagen vor dem Hintergrund zu relativieren, dass beispielsweise Digitalisierungsthemen nahezu jede Industrie betreffen wohingegen zum Beispiel autonome Fahrzeuge vor allem Unternehmen der Automobilindustrie betreffen.

Innovationsführer investieren in Zeit und Innovationsmanager

Die Innovationsführer des Mittelstands, d.h. diejenigen Unternehmen deren Umsatzanteil aus Neuprodukten der letzten drei Jahre über 30 % beträgt, investieren für ihren Erfolg viel Zeit. So investiert das Top-Management dieser Unternehmen in 29 % der Fälle mehr als 50 % der Arbeitszeit in Innovationsaktivitäten. Zum Vergleich: Bei Innovationsfolgern investiert das Top-Management in nur 5 % der Fälle mehr als 50 % der Arbeitszeit in Innovationsaktivitäten.

Es scheint noch einen weiteren entscheidenden Unterschied zwischen den Innovationsführern und –folgern zu geben. So haben 33 % der Innovationsführer einen Innovationsvorstand, bei den Innovationsfolgern sind es nur 19 %. Eine Verantwortung des Themas auf Geschäftsführungsebene scheint insbesondere auch in der Digitalwirtschaft von Wichtigkeit.

Insgesamt zeigt sich, dass der Mittelstand sich den Innovationsthemen rund um Digitalisierung und Internet voll angenommen hat. Die besonders erfolgreichen Innovationsführer zeichnet dabei aus, dass sie viel Zeit in Innovationsaktivitäten investieren und häufiger einen eigens für das Thema Verantwortlichen im Vorstand benennen.

Die Datengrundlage

Zur Gewinnung der Ergebnisse für den Innovationsreport 2016 von TU Dortmund, TH Köln und Hyve wurden 420 deutsche Mittelstandsunternehmen befragt. Die Befragten stammen aus der Geschäftsführung, deren Umkreis oder haben eine Führungsposition inne, die sie die Innovationsaktivitäten ihres Unternehmens einschätzen lässt. Die Erhebung deckt ein großes Spektrum an Industrien ab.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Innovation, Mittelstand

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