06.10.2011 | Controllerpraxis

Die fünf zentralen Anforderungen eines CEOs an seine Controller

Ein schlagkräftiges Controlling ist unverzichtbar für die Unternehmensführung. Auf dem Stuttgarter Controller-Forum formulierte Stefan Klebert, CEO eines großen Maschinenbauers, fünf Anforderungen an seine Controller, damit sie ihre Rolle als Lotse des CEO erfüllen können. (SCF-Serie, Teil 2).

Kampf gegen die Volatilität

Als Maschinenbauer durchlief die Schuler AG in den letzten zwei Jahren eine Achterbahnfahrt bei Auftragseingang und Kapazitätsauslastung. Mussten 2009 die Kosten kurzfristig gesenkt werden, so steht heute Forderung nach Termintreue im Vordergrund.

Als unverzichtbar nannte Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG, die Bereitstellung von externen Daten als Frühindikatoren der Konjunkturentwicklung. Sowohl der Weltkonjunkturklima-Index als auch der IFO-Geschäftsklima-Index bildeten den späteren Auftragseingang – global wie auch auf Deutschland bezogen – zuverlässig ab. Gutes Controlling, so Klebert, fange deshalb mit externen Informationen an.

Angesichts der großen Bandbreite zwischen Boom und Krisenszenarien definiert Stefan Klebert anschließend fünf zentrale Anforderungen an sein Controlling:

Geschwindigkeit: Noch nie war Zeit so viel Geld wie heute

Controlling-Instrumente müssten möglichst zeitnah die Ergebnisse der Vergangenheit und die Erwartungen für die Zukunft abbilden. Dazu ist eine Optimierung der Datenerfassung und –verarbeitung entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig. Dabei gilt aber auch: Geschwindigkeit geht vor absoluter Genauigkeit. „Speed, speed, speed!“, so das Motto von Klebert.

Flexibilität: Für jede Aufgabe und Situation die richtigen Werkzeuge

Um auf verschiedene Anforderungen rasch regieren zu können, setzt Klebert auf eine große Anzahl an Steuerungs-Tools. Dazu zählen:

  • Business-Intelligence-Tools zur Beobachtung der Unternehmensentwicklung,
  • Rollierende Planungssysteme für das Forecasting,
  • Market Intelligence Systeme zur Beobachtung der Marktentwicklung,
  • Frühwarnsysteme im Rahmen des Risikomanagements sowie
  • Prognosemodelle.

Vereinfachung: Konzentration auf die Schlüsselgrößen

Damit eine Geschäftsführung handlungsfähig bleibt, muss die Komplexität der Informationen reduziert werden. Der Schuler-Vorstand nutzt dabei ein Management-Cockpit, das die zentralen Erfolgsparameter und Schlüsselgrößen einheitlich und signifikant in Tabellen und Grafiken darstellt. Bei Bedarf ist eine Drill-down-Funktion verfügbar.

Verlässlichkeit: Eine robuste IT ist unverzichtbar

Die IT muss adäquat ausgebaut sein. Datensicherheit, die Stabilität der IT und eine Vereinheitlichung der IT-Systeme zählen zu den Grundvoraussetzungen für diese Anforderung.

Ganzheitlichkeit: Risiken immer im Blick behalten

Im Controlling-System muss ein umfassendes Risikomanagement integriert sein. Nur so ließen sich die Risiken

  • zunehmende Wettbewerbsintensität,
  • konjunkturelle Volatilität
  • Kürzere Innovations-und Produktlebenszyklen
  • globaler Wettbewerb
  • größere Produktvielfalt und
  • kürzere Lieferfristen

beherrschen.

Der Referent:

Stefan Klebert ist Vorstandsvorsitzender der Schuler AG, Göppingen.

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