| Defensive Strategien für 2013

CFOs wollen Kosten senken und den Cash-flow erhöhen

Maßnahmen zur Lösung der Euro-Krise.
Bild: CFO Survey 2/2012, Deloitte, S. 9.

Die CFOs deutscher Unternehmen blicken vorsichtig in die Zukunft und setzen vor allem auf defensive Strategien. Doch es gibt auch positive Tendenzen.

Die Stimmung unter Deutschlands Finanzvorständen verschlechtert sich

Negative Prognosen liegen momentan im Trend: Die Mehrheit der deutschen CFOs beurteilt sowohl die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung als auch die ihres eigenen Unternehmens pessimistischer als vor einigen Monaten. So ist mit 39 % die Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass sich die Konjunkturaussichten weiter eintrüben werden. Gut ein Viertel blickt positiv in die Zukunft, während ein weiteres Drittel weder positive noch negative Erwartungen hat. Recht ähnlich schätzen die Finanzprofis die finanziellen Erfolgsaussichten ihres Unternehmens ein.

Die allgemeine Unsicherheit liegt nach wie vor enorm hoch. 91 % der CFOs bewerten die aktuelle Situation als überdurchschnittlich unsicher. Lediglich 2 % schätzen ihre Lage als weniger volatil ein. Dies macht deutlich, wie stark die aktuellen Eindrücke von der weltwirtschaftlichen Entwicklung und politischen Entscheidungen geprägt sind. Unternehmensspezifische Aspekte rücken hingegen in den Hintergrund.

In Bezug auf die Euro-Krise hellt sich die Stimmung langsam wieder auf. Was den allgemeinen Zusammenhalt der Euro-Zone und den Fortbestand des Euro angeht, sind die CFOs optimistischer geworden. Als Lösung der Krise ist aus ihrer Sicht ein ganzes Bündel an Maßnahmen notwendig. Die Hauptverantwortung liegt dabei bei den Krisenländern selber. Ebenso sind Strukturreformen in der EU ihrer Meinung nach notwendig (s. Abb. 1).

Trotz der angespannten Situation sehen viele Finanzexperten ihr eigenes Unternehmen kaum von der Euro-Krise direkt betroffen. Lediglich 14 % vermuten negative Konsequenzen, 3 % gehen sogar von positiven Effekten aus.

Mit Strategie-Mix durch schwierige Zeiten: Defensive momentan im Fokus
Die befragten CFOs sind in einer Vielzahl strategischer Stoßrichtungen involviert. Im Zusammenhang mit den eher mäßigen wirtschaftlichen Aussichten lassen sich auch die strategischen Entscheidungen deuten. Grundsätzlich werden sowohl expansive wie auch defensive Strategien verfolgt. Allerdings dominiert momentan die Defensive. Dies wird z. B. an der hohen Priorität von Kostensenkungsmaßnahmen, Erhöhung des Cash Flow oder Reduzierung des Verschuldungsgrades deutlich. Wichtig, wenn auch nicht primär, sind expansive Strategien, wie z. B. die Eroberung neuer Märkte (s. Abb. 2).

Die Investitionsplanungen deutscher Unternehmen bergen noch eine positive Nachricht. Auch wenn Investitionen momentan nicht die größte Priorität haben, zeigen sich deutsche Unternehmen ihrem Heimatland gegenüber loyal. Mit 61 % genießt Deutschland bei fast zwei Drittel der Befragten große Wichtigkeit bei der Investitionsplanung. China folgt mit 37 % der Nennungen, wobei hier besonders das produzierende Gewerbe zu nennen ist.

Vorsicht bei externer Finanzierung

Das Thema Finanzierung wird von den CFOs eher konservativ angegangen. Die Finanzierungsbedingungen werden insgesamt als recht erfreulich betrachtet. So haben Unternehmensanleihen und Bankkredite aufgrund der niedrigen Zinsen in den letzten Monaten deutlich an Attraktivität gewonnen. Allerdings nutzen die Unternehmen dies nicht bzw. kaum, da sie keine weiteren Risiken aufbauen wollen. Vielmehr streben 36 % eine Reduzierung ihrer Verschuldung an; 42 % möchte keine Veränderungen vornehmen.

Grundlagen

Der Beitrag beruht auf dem „CFO Survey 2/2012“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche, der im Oktober 2012 veröffentlicht wurde. 125 Finanzvorstände deutscher Großunternehmen nahmen an der Umfrage teil.

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Schlagworte zum Thema:  Finanzierung, Strategie, Kostensenkung, CFO

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