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Controlling Innovation Berlin: Nachhaltigkeit als Grundhaltung der Controller

Nachhaltigkeit ist derzeit in Mode. Für Controller nichts Neues, da die vorrangige Existenzsicherung eines Unternehmens schon immer Nachhaltigkeit anstatt kurzfristiger Gewinnmaximierung erforderte. Auf dieser Regionalkonferenz des ICV wurde Nachhaltigkeit als notwendige Grundhaltung der Controller in vielen Vorträgen gefordert.

Auch in diesem Jahr kamen über 100 Teilnehmer zur Regionaltagung Ost des Internationalen Controller Vereins (ICV). Neben interessanten Vorträgen erlebten sie auch die Verleihung des Controller Nachwuchspreises des ICV, der traditionell von der Haufe Mediengruppe gesponsert wird. Die Moderation übernahm Dr. Herwig Friedag, Leiter des Fachkreises Öffentlichkeitsarbeit des ICV.

Auch eherne Wahrheiten gelten nicht ewig

Gelten „eherne Wahrheiten“ noch oder müssen wir neu denken? Mit dieser Frage begrüßte ICV-Vorstand Dr. Walter Schmidt die Teilnehmer. Er führte zwei Regeln an, bei denen ein Umdenken angebracht sei.

Der Levarage-Effekt:

Nach dieser Regel lohnen sich fremdfinanzierte Investitionen, solange deren Rendite über dem Fremdkapitalzinssatz liegt. Die Regel motiviert in guten Zeiten mit hohen Renditen zu einer Verschuldungspolitik. Die Krise habe jedoch gezeigt, wie schnell der Break-Even-Point wieder unterschritten werden könne. Je höher die Verschuldung, desto größer die Abhängigkeit von den Fremdkapitalgebern. Er forderte die Controller auf, die Schuldenpolitik ihrer Unternehmen kritisch zu überdenken.

Die Fixierung auf Gewinnmaximierung

Was sind ausgewiesene Gewinne wert, die auf Kosten der materiellen und immateriellen Substanz erwirtschaftet werden? Langfristig, so Schmidt, würde dies die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen. Er empfahl eine andere Sicht auf den Gewinn? „Als Gewinn gilt jener Überschuss aus dem Verkauf von Produkten und Leistungen, der nach Abzug aller Kosten für die Leistungserstellung, der Risikovorsorge und der Kapitalkosten (inkl. Eigenkapitalverzinsung) für die Innovation des Unternehmens verbleibt.“

Die Vorträge

  • Ethik im Unternehmen – Geht das? Wirtschaftliche Ziele realisieren durch den fairen Umgang mit Stakeholdern von Prof. Dr. Sören Dressler.
  • Controlling-Herausforderungen und Entwicklungstendenzen in der Praxis von Dr. Ralf Eberenz
  • Nachhaltigkeit und Ethik beim Erreichen von Spitzenleistungen von Olympiasieger Jens-Uwe Mey.
  • Anwendung des EFQM-Modells im Rahmen von Unternehmensintegrationen von Prof. Dr. Nicole Jekel
  • Controller-Service professionell organisiert von Dr. Klaus Eiselmayer.
  • Außerdem gab es Vorträge der Aussteller „Treuenfels GmbH Fach- und Führungskräfte“, ADDISON  und MaCC Management Crisis Control GmbH.

Über die Vorträge berichten wir noch in den nächsten Tagen auf www.controllerwissen.de.

Controller-Nachwuchspreis geht an Moormann für eine Arbeit zum Risikomanagement

Der zum fünften Mal verliehene Controller-Nachwuchspreis wurde in diesem Jahr für drei Arbeiten verliehen.

  1. Preis an Katrin Moormann, FH Kiel, für eine Arbeit zur systematischen Risikoidentifikation beim Medizintechnik-Hersteller Dräger.
  2. Preis an Bettina Karl, Universität Regensburg: Von der Input- zur Outputorientierung am Beispiel der Event-Abteilung der HypoVereinsbank.
  3. Preis an Martin Petschnig von der FH-Johanneum, Graz, für eine Arbeit über.

Der Controller-Nachwuchspreis ist mit insgesamt 4.000 EUR dotiert, gesponsort von Haufe Verlag und Haufe Akademie. Daneben erhalten die Preisträger je ein Jahresabonnement des Haufe Controlling Office und des Controller Magazins.

Nach der Laudatio durch Jury-Mitglied Dr. Hendrik Vater stellte Frau Mohrmann ihre Arbeit vor. Ihre Aufgabe war die Erstellung bzw. Aktualisierung eines Risikokatalogs für Dräger.

Dies stellte den ersten Abschnitt im Zuge des Risikomanagementprozesses dar.

Dafür führte Frau Moormann  zunächst eine Ex-Post-Analyse älterer Risikoberichte sowie vorhandener Risikokataloge durch. Danach folgte eine konzernweite Befragung von Mitarbeitern aller Ebenen mit Hilfe eines Erfassungsbogens. Im Anschluss wurden die Risiken geclustert und Doppelnennungen beseitigt.

Wie aus einem Risiko eine Chance wird

Im Rahmen der Arbeit zeigte sich einmal wieder, dass ein Risiko auch eine Chance sein kann. So hatte der HR-Bereich die Schweinegrippe als Risiko für die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter genannt, was jedoch nicht eintrat. Dagegen wirkte sich die Angst vor der Schweinegrippe für den Produktbereich „Gesichtsmasken“ in deutlichen Umsatzsteigerunen aus.

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