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Controlling: Herausforderungen und Entwicklungstendenzen in der Praxis

Als Erfolgsvoraussetzung für Controller definierte Dr. Ralf Eberenz eine Top-Ausbildung und eine effiziente Aufbau- und Ablauforganisation. Für die Zukunft empfahl er den Controllern, sich auch um das Risikomanagement und die strategische Planung inclusive deren IT-Unterstützung zu kümmern. (CIB 2010, Teil 3)

Top-Ausbildung im Controlling anstreben.

Die Anforderungen an die deutsche Wissensgesellschaft gelten auch für Controller. Wer Erfolg haben will, braucht eine gute Ausbildung. Die eindeutige Empfehlung von Dr. Ralf Eberenz: Keine Kompromisse bei der Ausbildung im Controlling-Bereich. Dabei kann ein Controller auch dort nicht alles gleichzeitig lernen. Die fachlichen Instrumente stehen am Anfang und sind die Grundlage. Die Weiterentwicklung konzentriert sich dann immer stärker auf die Soft Skills wie Kommunikation, Präsentation sowie Methodenwissen wie Projektmanagement.

Entsprechend kann sich dann der Controller entwickeln.

  1. Am Anfang steht die Rolle des Accountant, der – mit seinen Zahlen – für finanzielle Stabilität und Transparenz sorgt.
  2. Dann folgt die Weiterentwicklung zum „Controller“, der gute und faktenbasierte Entscheidungen gewährleistet.
  3. Die letzte Rolle ist die des Beraters, der sich auf den zukünftigen Geschäftserfolg fokussiert.

Mit der Weiterentwicklung nimmt die Bedeutung des Fachwissens immer mehr ab, während Methodenwissen und Soft skills wichtiger werden.

Effizienzsteigerung im Controlling nicht vernachlässigen

Im Rahmen der Performance-Verbesserung darf der Controller seinen eigenen Bereich nicht vernachlässigen. Den Weg zur effizienten Controlling-Abteilung skizzierte er wie folgt.

  1. Am Anfang wird die Aufbauorganisation im Controlling festgelegt.
  2. Danach werden die Ablaufprozesse aufgebaut  und – insbesondere unter Berücksichtigung der IT – standardisiert.
  3. Die einzelnen Aufgaben und Funktionen, die dann noch in verschiedenen Bereichen ausgeführt werden, werden an einer Stelle im Unternehmen konzentriert.
  4. Als letzte Stufe besteht die Option, für einzelne Aufgabe ein Outsourcing vorzunehmen. Gerade bei stark standardisierten und häufig vorkommenden Prozessen ist dies denkbar.

Für die Stufen 1 und 2 empfahl Eberenz Einheitlichkeit auf allen Ebenen:

  • Ein Berichtswesen für externe und interne Zwecke (keine Überleitungsrechnungen, die stets neu erklärt werden müssen)
  • Eine gemeinsame, einheitliche Sprache im Rechnungswesen und Controlling
  • Einheitliche Struktur bzw. Herleitung von GuV und Bilanz sowie deren einzelner Positionen.
  • Nur ein IT-System
  • Eine Organisationseinheit für Rechnungswesen und Controlling auf der Unternehmensebene.

In seinem bisherigen Unternehmen Beiersdorf AG war dies so umgesetzt, in dem Dr. Eberenz dort Vice President Financial Accounting & Controlling tätig war.

Für die Zukunft empfahl Dr. Eberenz den Controllern, auf zwei Trends zu achten, die sich auch aus der Krise heraus verstärkt haben:

  • Die Bedeutung des Risikomanagements wird zunehmen. Hier sind die Controller prädestiniert, diese Aufgabe mit zu übernehmen. Bei Beiersdorf wurde das Risikomanagement in die entsprechend integriert.
  • Die strategische Planung und die Szenario-Analysen werden durch immer leistungsfähigere und einfach zu bedienende BI-Tools unterstützt. Hier sieht Eberenz die Gefahr, dass die Strategiebereiche und IT-Abteilungen – gerade in größeren Unternehmen ihre Szenarien an den Controllern vorbei entwickeln.

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