24.07.2012 | CFO-Rollen in unsicheren Zeiten

Der Multifunktions-CFO als Steward, Operator, Strategist und Catalyst

Bild: Deloitte CFO Survey 1/2012, S. 17

Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen führen dazu, dass die Rollenanforderungen an CFOs vielfältiger und anspruchsvoller werden. Dies ergab die CFO Survey 1/2012 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte.

Rollenanforderungen an CFOs umfassend

Eine genaue Analyse der Aufgaben eines CFOs zeigt, dass das Anforderungsprofil an CFOs deutlich gestiegen ist. Dementsprechend geben viele von ihnen an, dass die Arbeitsbelastung eine große Herausforderung geworden ist. Vier CFO-Rollen und Aufgabentypen sind zentral, davon besonders die Strategieumsetzung und operative Steuerung des Unternehmens (siehe Abbildungen 1 und 2).

Geschäftsaussichten positiv aber unsicher

Insgesamt beurteilen die CFOs deutscher Großunternehmen ihre wirtschaftlichen Aussichten verhalten optimistisch. Mit 56 % geht mehr als die Hälfte davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation ihres Unternehmens nicht grundlegend ändern wird. 28 % blicken optimistisch in die Zukunft und gehen von einer Verbesserung aus. Allerdings sind 16 % der Meinung, dass sich die Lage verschlechtern wird.

Diese überwiegend positive Einstellung gilt nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Die Mehrheit der befragten CFOs rechnet in den nächsten 12 Monaten mit einer Steigerung der Umsätze und der Mitarbeiterzahlen. Allerdings werden sich auch die Finanzierungskosten erhöhen, während das Investitionsverhalten gleich bleiben wird.

Zweifel an Euro-Sanierungsmaßnahmen überwiegen

Diese durchaus erfreulichen Informationen sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die CFOs einer großen Unsicherheit ausgesetzt sind. 80 % schätzen ihr ökonomisches und finanzielles Umfeld als überdurchschnittlich unsicher ein. Lediglich 3 % stellen eine Verbesserung fest, während die restlichen 17 % keine Veränderungen erkennen. Zu den größten Unsicherheitsfaktoren gehört die Euro- und Schulden-Krise. Nur 3 % der befragten Finanzvorstände sind davon überzeugt, dass die ergriffenen Maßnahmen ausreichend sind, um die Krise zu lösen. Die Mehrheit von 70 % ist nicht von den Maßnahmen überzeugt; weitere 17 % sind unsicher.

Defensive Strategien vorherrschend in unsicheren Zeiten

Zu den wichtigsten Unternehmensstrategien in unsicheren Zeiten zählen

  • Organisches Wachstum mit 61%
  • Einführung neuer Produkte/Dienstleistungen bzw. Expansion in neue Märkte mit 47%
  • Erhöhung des operativen Cashflows mit 45%
  • Kostensenkungen mit 43%

Damit zeigt sich, dass Unternehmen sowohl auf defensive als auch auf offensive Strategien setzen, um sich in unsicheren Zeiten erfolgreich zu positionieren. Allerdings gibt es signifikante Unterschiede je nach Industrie. Offensive Strategien (z.B. Expansion) dominieren in der Life-Science-Industrie und im Konsumgüterbereich. In der Finanzindustrie wird momentan stark auf die Defensive gesetzt. Ähnliche Tendenzen finden sich auch in der Fertigungsindustrie.

Grundlagen

Der Beitrag basiert auf der Publikation „Deloitte CFO Survey 1/2012: Ungewissheit trübt gute Geschäftsaussichten“. 112 Finanzvorstände aus deutschen Großunternehmen nahmen an der Studie teil. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte veröffentlichte die Ergebnisse im Mai 2012.

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Schlagworte zum Thema:  Finance, Rechnungswesen, Strategie

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