14.02.2012 | Controllerpraxis

CFO-Panel: Kostenrechnung soll Unternehmenssteuerung besser unterstützen

In der Kostenrechnung achten Großunternehmen verstärkt auf steuerungsrelevante Informationen über Kunden- und Produktergebnissen. Deshalb wollen sie vor allem in diesem Bereich in Datenqualität und effektivere IT-Systeme investieren, wie die letzte CFO-Panel-Blitzumfrage ergab.

Effektivität und Effizienz in der Kostenrechnung steigern

Ziel der CFO-Panel Blitzumfrage »Erfolgreiche Unternehmenssteuerung mittels einer schlanken Kosten- und Ergebnisrechnung« war es zu untersuchen, welche Faktoren eine schlanke Kosten- und Ergebnisrechnung im Hinblick auf Effektivität und Effizienz begünstigen. Die Studie adressierte u.a. folgende Fragestellungen:

  • Welchen Entwicklungsstand und Standardisierungsgrad haben bestehende Kostenrechnungssysteme?
  • Welche Maßnahmen zur Verbesserung und Angleichung werden ergriffen?
  • Welches sind die zukünftigen Trends und Herausforderungen in diesem Bereich?

Höhere Effizienz durch Standardisierung

Die Studie zeigt, dass eine schlanke Kosten- und Ergebnisrechnung vor allem die Effizienz erhöhen soll. Standardisierung und Komplexitätsreduzierung sollen dazu beitragen, nur die wirklich entscheidungsrelevanten Informationen zur Verfügung zu stellen.

Die Standardisierung ist aus Sicht der Studienteilnehmer ein wesentlicher Treiber, dem in vielen Bereichen hohe Bedeutung beigemessen wird. „Eine der Grundvoraussetzungen für schlanke Kosten- und Ergebnisrechnungssysteme sind ein vereinheitlichtes Design von Werteflusslogiken sowie Kunden- und Produktstammdaten“, so Kostenrechnungsexperte Niko Hofmann, Principal bei Horváth & Partners.

Doch vor allem in gerade diesen Themenfeldern sehen die Finanzverantwortlichen noch deutlichen Entwicklungsbedarf in ihren Unternehmen. „Es mangele häufig vor allem an Controlling-Richtlinien und einheitlichen Vorgaben um eine flächendeckende Standardisierung abzusichern“, so Hofmann weiter.

Die Komplexität in der Kosten- und Ergebnisrechnung lässt sich erheblich reduzieren. Die Vielfalt an Methoden und Prozessvarianten führt für viele Studienteilnehmer zu komplexen internen Unternehmensrechnungssystemen. Die Befragten erachten Maßnahmen zur Reduzierung und Vereinfachung, beispielsweise in der internen Verrechnung für unverzichtbar.

Steuerungsrelevante Ergebnisse zu Kundengruppen und Produktgruppen gewünscht

Maßnahmen zur Verbesserung wurden von vielen Unternehmen im Bereich von Kostenarten und Kostenstellenrechnung unternommen. So sind viele Kostenrechnungssysteme bei den Befragten neu aufgesetzt oder im Zuge von Projekten, wie beispielsweise der Harmonisierung operativer Kontenpläne, modifiziert worden.

Doch gerade die für das Management steuerungsrelevanten Informationen im Sinne von Kunden- und Produktergebnissen, werden nur unzureichend durch die eingesetzten Systeme bereitgestellt. „Um den CFO-Bereich als Business Partner des Managements nachhaltig zu etablieren, ist es daher unabdingbar die Ergebnisrechnung nach steuerungsrelevanten Merk-malen wie Kundengruppen und Produkten auszugestalten“, erklärt Niko Hofmann.

Effektivität ist führendes Kriterium zur IT-Optimierung

Unter dem Aspekt IT-systemtechnischer Umsetzung der Kosten- und Ergebnisrechnung führte die Studie zu überraschenden Einblicken in die Ausrichtung und Realisierung bei den befragten Unternehmen. Während im Bereich konzeptioneller Ausgestaltung von Kosten- und Ergebnisrechnungssystemen ein klarer Trend hin zu Standardisierung und Komplexitätsreduzierung zu verzeichnen ist, spielt dieser im Bereich der technischen Umsetzung eine weniger bedeutsame Rolle.

Stattdessen steht die Effektivität der IT-Systemlandschaft im Vordergrund der Überlegungen. „Es kommt also weniger darauf an die im Einsatz befindlichen ERP-Systeme zu reduzieren, sondern Investitionen gezielt für Business Intelligence-Projekte oder Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität zu tätigen“, berichtet Werner Stegmüller, IT-Umsetzungsexperte bei Horváth & Partners. „Der Weg der Datengenerierung muss transparent und nachvollziehbar sein, um eine ausreichende Validität und somit auch Akzeptanz des Managements zu erreichen“, so Stegmüller weiter. Hier sehen viele Teilnehmer noch große Potenziale, um den Einsatz von Business-Intelligence-Systemen zu verstärken und die Transparenz der Datenbereitstellung zu erhöhen.

Gängige IT-Systeme tragen nur bedingt zur Unterstützung der Funktionen der Kosten- und Ergebnisrechnung bei. Diese Erkenntnis steht daher im Einklang mit den deutlichen Verbesserungspotenzialen, welche die Finanzverantwortlichen im Hinblick auf die IT-technische Umsetzung einer effektiven Systemlandschaft sehen. So können weder Business-Warehouse-Lösungen noch SAP oder andere ERP-Systeme die geforderte Kunden- und Produktergebnisrechnung oder auch Profit Center-bezogenen Ergebnisrechnung entscheidend unterstützen.

Der Hintergrund

Die CFO-Panel Blitzumfrage »Erfolgreiche Unternehmenssteuerung mittels einer schlanken Kosten- und Ergebnisrechnung« wurde von Horváth & Partners im Zeitraum Oktober 2011 bis Dezember 2011 durchgeführt. Die Studie repräsentiert Antworten von Finanzverantwortlichen von fast 200 international agierenden Großunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Ansprechpartner zur CFO-Panel-Studie

Horváth & Partner GmbH

Niko Hofmann

Königstr. 5

D-70186 Stuttgart

Telefon +49 711 66919-0,  Fax +49 711 66919-99

Mail: nhofmann@horvath-partners.com

Der Ergebnisbericht kann gegen eine Schutzgebühr von 70 Euro bestellt werden.
Bestellungen an: cfo-panel@horvath-partners.com

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