14.01.2011 | Controllerpraxis

BI-Projekte erfolgreich managen – mit Herausforderungen souverän umgehen

Bild: Haufe Online Redaktion

Obwohl Business Intelligence (BI) sich immer stärker in der Praxis etabliert, birgt die Implementierung von BI-Lösungen zahlreiche Schwierigkeiten. In der Studie BI-Survey 9 wurden die zentralen Herausforderungen bei der Durchführung von BI-Projekten herausgearbeitet.

Herausforderungen in BI-Projekten

Um BI-Lösungen gewinnbringend nutzen zu können, ist ein komplexes Zusammenspiel von

  • Mitarbeitern,
  • Daten und
  • Technologie

im Einsatz. Wenn einer dieser drei Bausteine nicht optimal zum Erfolg beiträgt, können Probleme auftreten. Fast 70% der Befragten haben mindestens ein Problem bei der Implementierung von BI-Projekten genannt. Lediglich ein Drittel hat keine signifikanten Probleme angesprochen.

Interessant ist vor allem, dass bis auf die langsame Abfragegeschwindigkeit kaum technische Herausforderungen im Fokus standen. Vielmehr handelt es sich um personen- und datenbezogene Fragestellungen. Die Abbildung erläutert die häufigsten Herausforderungen bei BI-Projekten. Die Prozentzahlen addieren sich nicht auf 100%, da drei Antworten pro Teilnehmer möglich waren.

Durchschnittlich hat jeder der Befragten 1,5 Probleme genannt. Dabei gibt es allerdings signifikante Unterschiede zwischen den Befragten. Vor allem die Anbieter und Nutzer weisen unterschiedliche Profile auf.

  • Die Nutzer von BI-Lösungen haben eine besonders optimistische Einstellung zu personen- und datenbezogenen Problemen.
  • Die Anbieter sehen in diesen Bereichen allerdings die größten Herausforderungen und schätzen technische Probleme hingegen als weniger relevant ein.
  • Die Antworten der Berater rangieren weitgehend zwischen diesen beiden Extremen.

Im Folgenden werden die drei häufigsten Kategorien an Herausforderungen diskutiert.

Kategorie 1: Personenbezogene Herausforderungen

Personenbezogene Herausforderungen zählen zu den wichtigsten Aspekten bei der Implementierung von BI-Projekten. Um erfolgreich zu sein, müssen abteilungsübergreifend alle Teammitglieder an einem Strang ziehen. Dies kann aber schwierig sein, vor allem aufgrund von:

  • administrativen Gegebenheiten,
  • unternehmensweiten Regelungen,
  • mangelnder Kompromissbereitschaft bei der Einigung auf Anforderungen,
  • mangelndem Interesse seitens der Anwender oder
  • geänderten Anforderungen vor Projektende.

Insgesamt waren die unternehmensweiten Regelungen in großen Unternehmen deutlich relevanter als in kleinen Unternehmen. Dafür spielte das mangelnde Interesse der Anwender in Großunternehmen kaum eine Rolle. Dies mag daran liegen, dass in großen Firmen der einzelne Anwender kaum Mitspracherechte besitzt im Vergleich zu kleineren Unternehmen.

Kategorie 2: Datenbezogene Herausforderungen

Datenbezogene Probleme bei der Nutzung von BI-Lösungen gehören traditionell zu den zentralen Herausforderungen. Ihre Bedeutung hat im Vergleich zu 2006 und 2007 jedoch nachgelassen. Die Ursachen liegen meistens nicht an den BI-Systemen selber, sondern bereits an den Vorsystemen. Planungsorientierte BI-Lösungen zeigen eine geringe Fehleranfälligkeit, weil sie vergleichsweise wenig auf transaktionsbasierte Vorsysteme zugreifen müssen. Im Gegensatz dazu sind BI-Tools, welche zum Reporting oder zur Analyse genutzt werden, deutlich fehleranfälliger.

Kategorie 3: Technische Herausforderungen

Zu den drei häufigsten Problemen zählen:

  • zu geringe Abfragegeschwindigkeit (16%)
  • unzuverlässige Software (9%)
  • fehlende Produktmerkmale bzw. Funktionen (9%)

Interessanterweise traten die wenigsten technischen Herausforderungen bei kleinen Anbietern auf, was z.B. durch deren spezifisches Profil erklärt werden kann. Einige Probleme ergeben sich auch erst im Zeitverlauf. So wird die Datenskalierbarkeit z.B. nur von 0,8 % der Nutzer in den ersten Monaten als Problem angesehen. Dieser Wert erhöht sich allerdings auf über 10% nach fünf Jahren.

Grundlagen

Der Beitrag basiert auf der Studie „The BI Survey 9 – The Customer Verdict“, die 2010 vom Business Application Research Center (BARC) veröffentlicht wurde. Insgesamt nahmen über 2.600 BI-Nutzer, Anbieter und Berater an der Studie teil.

Schlagworte zum Thema:  Controlling-Software

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