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BI enabled Strategic Planning

Bild: Haufe Online Redaktion

Neue, integrierte Business Intelligence (BI) Systeme helfen nicht nur dem Controller, der immer größer werdenden Datenflut Herr zu werden, sondern ermöglichen auch einen umfassenden Überblick über das gesamte Unternehmen und alle Ebenen.

In seinem Vortrag zum Thema „BI enabled Strategic Planning“ zeigte Dr. Ralf Eberenz beim 4. Campus for Controlling an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar auf, wie das Controlling ein IT- und Strategieprojekt erfolgreich unterstützen und leiten kann. Im Rahmen des von Beiersdorf durchgeführten Projekts „Financial Scenario Modeling and Prioritization“ wurden sowohl Wachstums- und Ertragsinitiativen als auch strategische Pläne in ein übergreifendes Finanzmodell für den gesamten Beiersdorf Consumer Service integriert. Das Model simuliert die laufenden finanziellen Auswirkungen diverser Initiativen und Parameter bis in das Jahr 2015.

Als globaler Konsumgüterhersteller nutzt Beiersdorf Länder- und Markenportfolios, um unterschiedliche Strategien und Prioritäten zu entwickeln und abzubilden. Die Schwierigkeit für einen weltweit tätigen Markenhersteller wie Beiersdorf besteht darin, strategische Initiativen so abzustimmen, dass eine Balance aus Wachstum, Umsatz und finanziellem Freiraum geschaffen wird. Ziel des Projekts „Financial Scenario Modeling and Prioritization“ war es daher, einzelne Strategien auf Landes- und Warengruppenebene im Bezug zu Finanzkennzahlen, wie dem Nettoumsatz oder EBIT-Wachstum, abzubilden.

Um dem umfassenden, strategischen Charakter des Projekts gerecht zu werden, war das Projektteam interdisziplinär aufgestellt, bestehend unter anderem aus Mitarbeitern des Controllings, der IT, der Strategieabteilung und des strategischen Marketings. Im Laufe des Projekts wurde hohe Bedeutung auf die Integration aller Beteiligten gelegt. Demgemäß wurden wenige, aber für alle Abteilungen verständliche, finanzielle Kennzahlen ausgewählt und in einem BI-System implementiert. Bei der Integration externer Daten zweier Marktforschungsinstitute sowie der Datenbestände des eigenen Unternehmens in das System waren vor allem die Datenkonsistenz und die Simulationsfähigkeit von großer Relevanz. Bei der Auswahl des Simulationstools wurde besonderes Augenmerk auf die Integration in die unternehmenseigene IT-Landschaft, anwenderorientiertes Design und die zu Grunde liegende Simulationstechnik gelegt.

Mit Hilfe der integrierten BI-Lösung können nun diverse Szenarien und Programme berechnet und im Detail für einzelne Länder und Produktgruppen aufgezeigt werden. Die „Versachlichung“ der simulierten Initiativen und deren Auswirkungen bieten große Vorteile, um die Entscheidungsfindung des Managements zu vereinfachen.

Auch über den Projektzeitraum hinaus liefert das Tool wertvolle Informationen: So können auch in Zukunft die Datensätze ständig aktualisiert und auf deren Basis weitere Initiativen simuliert werden.

Obwohl dieses weitreichende und interdisziplinäre Projekt mit großem Aufwand durchgeführt wurde, zeigte sich, dass die Integration von finanzieller und strategischer Planung möglich ist und durch geeignete, leistungsfähige IT-Tools unterstützt werden kann. Dabei spielt das Controlling in Zusammenarbeit mit Strategie- und IT-Abteilungen eine entscheidende Rolle und ist maßgeblich am Erfolg beteiligt.

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Schlagworte zum Thema:  Planung, Strategieplanung

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