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Analytics-Technologien: Erfolgreicher Einsatz setzt offene Unternehmenskultur voraus

Analytics-Technologien haben einen positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg, wie eine Studie von IBM und MIT zeigt. Eine starre Unternehmenskultur kann jedoch die Implementierung erschweren.

Schnellere Abwicklung finanzieller und operativer Aktivitäten durch Analytics-Technologien

Analytics-Technologien ermöglichen es Unternehmen, auf innovative und intelligente Weise Informationen zu sammeln und zu verarbeiten.Die meisten Unternehmen nutzen Analytics-Technologien, um finanzielle und operative Aktivitäten effizienter und strukturierter durchzuführen.

In diesem Beitrag (s. u.) wird unter Analytics-Technologien die Gesamtheit aus Datenanalyse- und Optimierungsstrategien, Business Intelligence (BI) und Leistungsmessung verstanden. D.h. Analytics-Technologien sind etwas weiter gefasst als der seit längerem bekannte BI-Begriff, der sich schwerpunktmäßig auf das Sammeln, Aufbereiten und Darstellen entscheidungsrelevanter Daten bezieht.

Seltener zum Einsatz kommen diese intelligenten Technologien, um Entscheidungsträger bei der Erarbeitung von Geschäftsstrategien oder Personalfragen zu unterstützen. Lediglich 25 % der befragten Unternehmen bejahten dies. Anders sehen die Ergebnisse aus, wenn nur die Unternehmen gefragt werden, die seit längerem Analytics-Software erfolgreich einsetzen. Diese technikbegeisterte Gruppe nutzt zu rund 50 % Analytics-Technologie für ein deutlich breiteres Aufgabenspektrum als der Durchschnitt.

Merkmale erfolgreicher, „transformierter“ Analytics-Nutzer

Unternehmen unterscheiden sich deutlich darin, wie sie Analytics-Technologien einsetzen und welchen Nutzen sie aus deren Einsatz ziehen. Die drei Typen von Analytics-Nutzern unterscheiden sich vor allem darin, mit welchem Selbstverständnis sie Analytics-Technologien nutzen und welchen strategischen Wettbewerbsvorteil sie daraus ziehen. In den letzten Jahren sind immer mehr Unternehmen davon überzeugt, dass sich eine intelligentere Nutzung von Daten positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt.

Im Folgenden werden diese drei Typen vorgestellt.

  1. Basisnutzer (32%)
    Basisnutzer von Analytics-Technologie suchen Unterstützung im Finanzbereich und im Supply Chain Management. Die Datenaufbereitung findet eher ungeplant und kurzfristig nach Bedarf statt. Als Orientierung dienen einige wenige Standards. Umgesetzt werden Analysen häufig in Tabellenkalkulationsprogrammen für operative, alltägliche Aufgaben. Die Daten liegen in der Regel in isolierten Datenbanken vor. Problematisch ist, dass sich diese Unternehmen häufig weniger offen für Neues zeigen, was die Implementierung innovativer Analytics-Technologien erschwert.
  2. Erfahrene Nutzer (45%)
    Fast die Hälfte der Befragten sind als erfahrene Nutzer einzustufen. Sie schätzen an Analytics-Technologien besonders die Unterstützung bei strategischen Entscheidungen und zunehmend auch für Marketing und Produktion. Daten können vereinzelt in isolierten Silos vorliegen, wobei entsprechende Integrationsprogramme am Laufen sind. Die Mitarbeiter nutzen fortgeschrittene Analyse-Tools und arbeiten zunehmend abteilungs- und geschäftsbereichsübergreifend zusammen. Die Unternehmenskultur zeigt sich durchaus offen für Innovationen und Vorschläge „von unten“.
  3. Transformierte Nutzer (23%)
    Die erfolgreichste Gruppe sind die transformierten Nutzer. Analytics-Technologien kommen bei ihnen für sowohl für operative als auch für strategische Aufgaben zum Einsatz. Die unternehmensweit integrierten Daten liefern eine aussagefähige Gesamtsicht auf die aktuelle Lage des Unternehmens. Zentrale und dezentrale Einheiten bedienen ein anspruchsvolles Set an Analyse-Instrumenten. Besonders wichtig: Top-Down kommunizierte Vorgaben stellen die einheitliche Nutzung fortgeschrittener Analytics-Technologien sicher und sorgen für die nötige Offenheit und Änderungsbereitschaft der Organisation.

Grundlagen

Der Beitrag „Analytics: The Widening Divide: How companies are achieving competitive advantage through analytics“ wurde in der Herbstausgabe 2011 vom MIT Sloan Management Review veröffentlicht. 4.500 Führungskräfte, Manager und Analysten in über 120 Ländern und 30 Branchen nahmen an der Befragung teil. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem IBM Institute for Business Value und wurde 2010  zum ersten Mal durchgeführt.

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