18.09.2013 | Cyber-Kriminalität

Zahl der Phishing-Angriffe ist erstmals rückläufig

Es ist weiterhin Vorsicht geboten, um nicht Phishern ins Netz zu gehen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im letzten Jahr hat sich die Zahl der bekannt gewordenen Phishing-Fälle fast halbiert. Doch trotz der rückläufigen Zahlen gibt es keinen Anlass für eine Entwarnung, auch weil nach BKA-Angaben die Cybercrime-Fallzahlen insgesamt weiter steigen.

Einen spürbaren Rückgang bei der Zahl der gemeldeten Phishing-Attacken konnte jetzt der Branchenverband BITKOM unter Berufung auf die aktuellen Daten des Bundeskriminalamts (BKA) vermelden. Demnach sank 2012 die Zahl der Phishing-Fälle gegenüber dem Vorjahr um 46 Prozent auf 3.440, nachdem 2011 noch über 6.400 solcher Vergehen gemeldet wurde. Auch die Schadenshöhe sank um knapp die Hälfte von über 25 Millionen auf knapp unter 14 Millionen Euro. Erstmals seit Beginn der Erhebungen konnte damit ein Rückgang der Fallzahlen vermeldet werden.

Gegenläufig Entwicklung bei Cybercrime-Delikten

So erfreulich die Entwicklung beim Phishing auch ist, so besteht dennoch kein Grund zum Leichtsinn, denn so musste das BKA gleichzeitig vermelden, dass die Zahl der Cybercrime-Delikte insgesamt auch im letzten Jahr weiter angewachsen ist. Sie stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 8 Prozent auf knapp 64.000 an. Besonders stark war der Zuwachs bei Delikten im Bereich Datenveränderung und Datensabotage, wo sich die Fallzahlen binnen Jahresfrist auf deutlich über 10.000 mehr als verdoppelten.

Tipps zur Abwehr von Angriffen

Der BITKOM empfiehlt eine Reihe von Schutzmaßnahmen, mit denen Sie sich vor Phishing und anderen Angriffen schützen können. Dazu gehören etwa:

  • Vorsichtiger Umgang mit E-Mails

  • Schutz des PCs durch eine Firewall und ein aktuelles Antiviren-Programm

  • Vorsicht beim Aufruf von Bank-Webseiten, der immer nur direkt bzw. via Bookmark erfolgen sollte

  • Nutzung sicherer TAN-Verfahren (mTAN, iTAN, chipTAN) oder der HBCI-Technik

  • Nutzung sicherer PINs und Verzicht der Speicherung von PIN und TANs auf dem PC

Sollte es trotzdem zu einem erfolgreichen Phishing-Angriff gekommen sein, sollten Sie direkt nach Entdecken der Abbuchung Ihre Bank informieren, die vielleicht die Buchung noch rückgängig machen kann. Ist dies nicht mehr möglich, sollte in jedem Fall eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

Schlagworte zum Thema:  Phishing, Datensicherheit, Cyberkriminalität

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