21.12.2012 | Risikobewusstsein

Wirtschaftskriminalität wird von den Verantwortlichen häufig unterschätzt

Bild: Haufe Online Redaktion

Wirtschaftskriminalität nimmt weiter zu und fast jedes vierte mittelständische Unternehmen hat in den letzten zwei Jahren bereits entsprechende Schäden erlitten. Trotzdem unterschätzen viele Verantwortliche dieses Risiko, wie eine jetzt vorgelegte Studie belegt.

Nach der von der Beratungsgesellschaft KPMG vorgelegten Studie stellt die Wirtschaftskriminalität weiterhin ein hohes Risiko für Unternehmen dar. So werden derzeit jährlich etwa 675.000 Delikte dieser Art in Deutschland begangen, wobei sich die durchschnittliche Schadenshöhe pro Fall bei rund 30.000 Euro bewegt. Dabei sind längst nicht nur Großkonzerne betroffen, auch im Mittelstand gibt es einen hohen Anteil an geschädigten Unternehmen.

Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Gefährdung

In ihrer Untersuchung stellten die Wirtschaftsberater jedoch gerade beim Mittelstand eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem individuellen Risikobewusstsein und der tatsächlichen Gefährdung fest. Obwohl in den letzten zwei Jahren immerhin schon jedes vierte mittelständische Unternehmen mindestens einmal zu einem Opfer geworden war, halten immer noch 83 Prozent der Verantwortlichen das eigene Risiko für gering und 81 Prozent die bisherigen Schutzmaßnahmen für ausreichend.

Datendiebstahl und Datenmissbrauch wird oftmals überschätzt

Im Hinblick auf die Gefährdung durch Datendiebstahl und Datenmissbrauch kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass dieses Risiko bei den Verantwortlichen meist höher eingestuft wird, als es tatsächlich ist. So ging der Anteil derartiger Delikte zuletzt sogar etwas zurück und liegt nur noch bei 31 Prozent, während die Mittelständler hierin immer noch die größte Gefahr sehen. Deutlich häufiger sind der Studie zufolge jedoch Delikte wie Diebstahl und Unterschlagung (65 Prozent) und auch Betrug und Untreue (35 Prozent) liegen noch vor den Datenvergehen.

Zudem stellt die Untersuchung fest, dass es im Mittelstand auch mit den Kontrollmechanismen nicht zum Besten steht. So wurde knapp die Hälfte aller Delikte (49 Prozent) nur zufällig entdeckt.

Schlagworte zum Thema:  Wirtschaftskriminalität, Mittelstand, Datenschutz, Datenverlust

Aktuell

Meistgelesen