14.05.2012 | Website-Betreiber

Aufsichtsbehörde überprüft Einsatz von Google Analytics

Bild: Haufe Online Redaktion

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat den datenschutzkonformen Einsatz des Webanalyse-Tools Google Analytics untersucht. Über 13.000 Websites wurden unter die Lupe genommen, von denen viele die Richtlinien nicht einhalten.

Betreiber von Internetseiten möchten gerne viel über das Nutzerverhalten ihrer Besucher wissen. Google Analytics ist ein populäres Analyseprogramm, mit dem eine Reichweitenmessung durchgeführt werden kann. Dazu wird in einem gewissen Umfang auch das Surfverhalten der Website-Besucher erfasst und diese Daten entsprechend ausgewertet. Diese Datensammlung ist aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht unproblematisch und daher ist der Einsatz von Google Analytics seit längerem nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. So müssen die Websites auf ein von Google bereitgestelltes Deaktivierungs-Tool hinweisen, mit dem die Besucher diese Datenerfassung verhindern können.

Zahlreiche Verstöße

Nach ähnlichen Untersuchungen anderer Behörden hat jetzt das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht rund 13.400 Websites bayerischer Betreiber auf diese Problematik hin untersucht.

  • Lediglich 2.449 dieser Websites setzten Google Analytics ein.

  • Davon jedoch verwendeten gerade einmal 78 Sites (3 %) das Programm datenschutzkonform.

Die anderen 2.371 Website-Betreiber will das Landesamt nun anschreiben und auf den Verstoß aufmerksam machen.

Noch droht kein Bußgeld

Die Behörde will mit dem Schreiben nach eigenen Angaben zunächst nur einen Hinweis auf den Missstand geben, ein Bußgeld soll dagegen nicht erhoben werden. Erst wenn die Betreiber sich nachhaltig weigern sollten, die geforderten Maßnahmen umzusetzen, könnten entsprechende Bußgelder verhängt werden.

Weitere Pflichten für Website-Betreiber

Neben dem Hinweis auf das Deaktivierungs-Add-On sehen die Vorgaben noch weitere Regelungen vor. So müssen die Website-Betreiber Google beauftragen, die verwendeten IP-Adressen zu kürzen, sodass keine Identifizierung des Nutzers mehr möglich ist. Schließlich ist sogar noch ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung zwischen Google und den Websitebetreibern vorgeschrieben.

Schlagworte zum Thema:  Webanalyse, Internet, Datenschutz, Datenschutzerklärung

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