| Neuer Leitfaden

Was dürfen Vermieter von potenziellen Mietern erfragen und was nicht?

Vor dem Einzug warten oft jede Menge Fragen des Vermieters.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Beschwerden über allzu wissbegierige Vermieter häufen sich. Deshalb hat der Hamburger Datenschutzbeauftragte jetzt einen Leitfaden herausgegeben, der Klarheit im Hinblick auf die Auskunftsansprüche bringen soll.

Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt können sich insbesondere in Großstädten viele Vermieter leisten, von den Interessenten umfangreiche Auskünfte einzuholen, worüber sich zuletzt immer mehr Betroffene beschwert hatten. Mit einer neuen Veröffentlichung will der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar jetzt darüber informieren, welche Angaben nach den Vorgaben des Datenschutzgesetzes erfragt werden dürfen und wo die Grenzen des Fragerechts für die Vermieter liegen.

Es gibt generell Grenzen

Demnach dürfen von Vermietern oder Maklern beispielsweise zu keinem Zeitpunkt Fragen zum Familienstand, der Familienplanung oder etwa zur Mitgliedschaft in Parteien und Vereinen gestellt werden. Ebenfalls darf nicht verlangt werden, dass der potenzielle Mieter eine Selbstauskunft von Einrichtungen wie der Schufa vorlegt. Generell dürfen nur solche Daten erfragt werden, die für den Geschäftszweck benötigt werden.

Welche Informationen zu welchem Zeitpunkt?

Dabei hängt es ganz vom jeweiligen Zeitpunkt des Vermietungsprozesses ab, welche Daten vom Vermieter bzw. Makler tatsächlich benötigt werden:

  • Während der ersten Phase vor einem Besichtigungstermin darf demnach nur nach den notwendigen Kontaktdaten (wie Name, Telefon und E-Mail-Adresse) gefragt werden.

  • In der zweiten Phase, der Vertragsanbahnung, erweitert sich das Auskunftsrecht auf weitere persönliche Daten wie Geburtsdatum, Anschrift, Beruf, Arbeitgeber oder auch allgemeine Angaben zu Einkommensverhältnissen.

  • Konkrete Einkommensnachweise oder auch die Bankdaten darf der Vermieter jedoch erst in der dritten Phase verlangen, wenn im Grunde bereits eine Einigung erzielt wurde und der Vertrag abgeschlossen werden soll.

Die umfassenden Hinweise zum Fragerecht von Vermietern können Sie auf der Website des Hamburger Datenschutzbeauftragten herunterladen, eine Kurzversion steht als Flyer ebenfalls zum Download bereit.

Schlagworte zum Thema:  Vermieter, Fragerecht, Datenschutz, Auskunft

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