| E-Commerce-Studie

Viele Onlinehändler vernachlässigen Datenschutz und Sicherheit

Datendiebstähle bleiben bei Onlinehändlern oft unentdeckt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Onlinehandel boomt, obwohl viele Kunden skeptisch im Hinblick auf Sicherheit und Datenschutz sind. Dass diese Bedenken nicht unberechtigt sind, zeigt jetzt das Ergebnis einer aktuellen Studie zur Informationssicherheit im E-Commerce.

Immer wieder erschüttern spektakuläre Sicherheitspannen selbst bei großen Onlinehändlern das Vertrauen der Kunden in die Sicherheit des E-Commerce. Erst kürzlich sorgte eBay für Unruhe, als Datenspione rund 145 Millionen Kundendaten samt (verschlüsselten) Passwörtern von den Servern des Unternehmens entwenden konnten. Sicherheitsexperten vermuten zudem, dass die öffentlich bekannt gewordenen Datendiebstähle sogar nur die Spitze des Eisbergs darstellen und ein Großteil unentdeckt bleibt oder nicht gemeldet wird.

Angriffe sind nicht die Ausnahme

In der aktuellen Studie des Beratungsunternehmens ibi research Informationssicherheit im E-Commerce 2014, die zusammen mit der Brainloop AG durchgeführt wurde, wurde nicht nur nach dem Ausmaß der Angriffe auf E-Commerce-Anbieter gefragt, sondern auch nach dem Umgang mit dieser Problematik. Dabei zeigte sich, dass viele Onlinehändler im Hinblick auf Informationssicherheit und Datenschutz immer noch erheblichen Nachholbedarf haben.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie:

  • 32 Prozent der befragten Unternehmen mussten demnach bereits mindestens einmal Erfahrung mit Erpressung oder Datendiebstahl machen bzw. wurden Opfer von Hackerangriffen. Dabei gehen die Studienmacher von einer noch erheblich größeren Dunkelziffer aus, da viele Unternehmen derartige Vorfälle aus Reputationsgründen verschweigen oder die Attacken selbst gar nicht mitbekommen.
  • Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (51,3 Prozent) stellt den Mitarbeitern Anweisungen zu den Themen Informationssicherheit und Datenschutz zur Verfügung. Selbst bei Anbietern, die mit einem Internet-Gütesiegel zertifiziert sind, liegt dieser Anteil nur geringfügig höher (55,3 Prozent).
  • 68 Prozent der Unternehmen nutzen bereits Cloud-Speicherdienste, Collaborations-Lösungen oder verschlüsselte Datenräume, bei denen die Daten auch an Drittanbieter übertragen werden. Von den Cloud-Nutzern arbeiten dabei über 80 Prozent mit US-Anbietern zusammen, obwohl spätestens nach den Snowden-Enthüllungen bekannt ist, dass diese den europäischen Datenschutzstandards nicht genügen.
  • 28,6 Prozent der Befragten, die in ihrem beruflichen Umfeld Cloud-Speicherdienste verwendeten, gaben an, dabei nicht zwischen privater und beruflicher Nutzung zu trennen.

Insgesamt sei bei den Onlinehändlern eine große Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handeln im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz festzustellen. Darüber hinaus fehle es oftmals am notwendigen Grundlagenwissen, fasst ibi-Projektleiter Tobias Lehner die Ergebnisse der Studie zusammen. Diese können Sie nach einer Registrierung kostenfrei von der ibi-Website herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Online-Shop, Datensicherheit

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