21.06.2012 | Verbindungsdaten

Speicherpraxis von Mobilfunkunternehmen steht in der Kritik

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Standortdaten von Handy-Nutzern werden offenbar über viele Wochen gespeichert. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung sieht in dieser von vielen Mobilfunkunternehmen geübten Praxis einen Verstoß gegen geltende Gesetze.

Die Datenschützer des AK Vorrat sind der Meinung, dass viele Mobilfunkunternehmen rechtswidrig aufzeichnen und speichern, von welcher Funkzelle aus die Kunden wie lange mit welchen Anschlüssen telefonieren. Am längsten werden diese Informationen demnach bei Vodafone gespeichert, wo sie bis zu 7 Monate vorgehalten werden. Bei vielen anderen Unternehmen liegt die Frist bei etwa 3 bis 4 Monaten, die Telekom speichert diese Daten immerhin noch 30 Tage.

Datenbasis von der Bundesnetzagentur

Die Kritiker berufen sich auf Zahlenmaterial der Bundesnetzagentur, die im letzten Jahr eine entsprechende Untersuchung durchgeführt hatte, nachdem der Arbeitskreis sich wegen der aus seiner Sicht unberechtigten Datenspeicherung an die Behörde gewandt hatte. Die Mobilfunkunternehmen rechtfertigen die Speicherung mit dem Hinweis, dass diese Informationen notwendig seien, um bei Streitfällen bei der Rechnungsstellung eine Plausibilitätsprüfung durchführen zu können.

Allerdings vertritt bislang auch die Bundesnetzagentur die Auffassung, dass eine Speicherung des Aufenthaltsortes ausschließlich bei speziellen, standortabhängigen Tarifen erlaubt ist.

Leitfaden soll mehr Klarheit schaffen

Die Bundesnetzagentur verweist im Streit um die Speicherung der Standortdaten darauf, dass die Überprüfung derzeit noch andauere und Aussagen zur Rechtmäßigkeit daher momentan noch nicht gemacht werden können. Derzeit arbeite man zudem bei der Behörde zusammen mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz an einem Leitfaden mit Empfehlungscharakter für die Speicherung derartiger Daten.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Handy, Datenspeicherung, Standort

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