11.12.2012 | Studie

US-Behörden können auch auf Cloud-Daten in Europa zugreifen

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Nutzung von Cloud-Diensten wird immer populärer, auch wenn Datenschutzexperten  Vorbehalte gegenüber dieser Praxis äußern. Dass diese Warnungen nicht ganz zu Unrecht bestehen, belegt jetzt eine Untersuchung von Juristen der Universität Amsterdam.

In ihrer Studie kommen die Juristen des Instituts für Informationsrecht der Universität Amsterdam zu dem Ergebnis, dass auf der Grundlage verschiedener US-Gesetze Polizei, Geheimdienste und Justiz der Vereinigten Staaten einen weitreichenden Zugriff auf Daten in der Cloud haben.

Auch Server außerhalb der USA sind nicht sicher

In der Untersuchung räumen die Experten auch mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass Daten, die auf Servern außerhalb der USA gespeichert sind, einen zuverlässigen Schutz vor diesen Abfragen bieten. Demnach reicht es für den Zugriff bereits aus, wenn der Cloud-Anbieter seinen Firmensitz in den USA hat, wie dies bei großen Unternehmen wie Amazon, Google oder Microsoft der Fall sei, oder auch nur ständige oder systematische Geschäftsbeziehungen dorthin unterhält.

Nicht nur Patriot Act

Zu den Gesetzesvorgaben, die diese Zugriffe auf die Daten ermöglichen, gehören nicht nur der relativ bekannte Patriot Act, sondern auch andere Bestimmungen wie der Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA), die sehr weit auslegbar seien und es etwa Nachrichtendiensten wie der NSA erlaubten, im Rahmen der Terrorabwehr die Kommunikation ausländischer Bürger ohne richterliche Genehmigung zu überwachen.

Die niederländischen Juristen empfehlen daher, bei Überlegungen zur Nutzung von Cloud-Diensten diese Zugriffsmöglichkeiten durch US-Behörden stärker zu berücksichtigen als bislang üblich und regen an, sich verstärkt Gedanken über die Einrichtung nationaler Cloud-Lösungen zu machen.

Schlagworte zum Thema:  Cloud Computing, Datenschutz, Kundendaten

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