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Zustimmung für einheitlichen Datenschutz in Europa

Bild: Haufe Online Redaktion

Die geplante Datenschutz-Grundverordnung der EU wird von vielen Datenschutzbeauftragten positiv gesehen, auch wenn drastisch erhöhte Bußgelder bei Verstößen vorgesehen sind. Rechtliche Klarheit wird dagegen derzeit beim Einsatz von Social Media und Cloud Computing vermisst.

Teilweise überraschende Ergebnisse hat eine Befragung von Datenschutzbeauftragten in großen deutschen Unternehmen durch die Beratungsgesellschaft PwC ergeben, die 2012 zum 3. Mal in Folge durchgeführt wurde. Demnach stößt z. B. die geplante EU-Verordnung zum einheitlichen Datenschutz in Europa auf große Zustimmung. 64 % der Befragten befürworteten den Gesetzentwurf und gehen von einer wachsenden Sensibilisierung für das Thema aus.

Erhöhte Bußgelder kein Ablehnungsgrund

Sogar die damit verbundenen höheren Bußgelder bei Verstößen sehen 44 % der Verantwortlichen positiv. Skeptischer zeigen sie sich im Hinblick auf den möglicherweise höheren bürokratischen Aufwand. Einige Experten fürchten durch die neue EU-Regelung zudem ein sinkendes Datenschutzniveau im Vergleich zum aktuellen deutschen Standard.

Social Plugins nur begrenzt im Einsatz

Zurückhaltend zeigte man sich beim Thema Social Media. Hier ergeben sich aufgrund rechtlicher Unklarheiten Unsicherheiten, z. B. bei der Einbindung von Social Plugins wie dem „Gefällt-Mir-Button“ von Facebook. Entsprechend zögerlich zeigen sich Webseite-Betreiber bei deren Einsatz.

Cloud Computing birgt noch zu viele Unsicherheiten

Auch beim Einsatz von Cloud Computing herrscht eine spürbare Skepsis. Eine große Mehrheit nutzt diese Option nicht, wobei dies meist mit fehlenden Kontrollmöglichkeiten und unzureichender Sicherheit begründet wird. Aber auch mangelnde Rechtssicherheit und fehlende Transparenz werden als Gründe für die Zurückhaltung genannt.

Immerhin 27 % der Unternehmen - und damit deutlich mehr als in den früheren Umfragen - gaben an, den Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Zu diesem Wandel dürften die vielen Skandale der letzten Monate beigetragen haben. Zudem wird ein hoher Imageschaden befürchtet, sollten sie selbst von einem solchen Vorfall betroffen werden.

 

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Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, EU-Datenschutzreform, EU-Kommission, Datenschutz-Grundverordnung

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