09.08.2012 | Studie

Spuren im Netz als virtueller Fingerabdruck

Bild: Haufe Online Redaktion

Beim Surfen im Web hinterlässt jeder Internetnutzer Spuren. Eine jetzt vorgestellte Studie zeigt, dass sich Menschen anhand ihres Surfverhaltens sogar mit recht hoher Sicherheit eindeutig identifizieren lassen.

Französische Forscher haben in einer ersten großen Untersuchung überprüft, inwieweit sich das Surfverhalten von Personen dazu nutzen lässt, diese zu identifizieren. In der nun vorgestellten Studie kommen sie zu dem Ergebnis, dass es schon mit einfachen Mitteln möglich ist, über das Verhalten bzw. den Browser-Verlauf die Internetnutzer mit hoher Sicherheit eindeutig zu identifizieren.

Browser-Verlauf statt Fingerabdruck

Für ihre Untersuchung hatten die Forscher Daten von knapp 370.000 Internetnutzern gesammelt, die eine extra für diese Studie eingerichtete Webseite besucht hatten, auf der u. a. der Browser-Verlauf ausgelesen werden konnte. Die Mehrzahl dieser Surfer (69 Prozent) verfügte dabei bereits über eine einzigartige Browser-Historie. Bei Nutzern, für die mindestens vier besuchte Webseiten nachgewiesen werden konnten, ließen sich sogar 97 Prozent eindeutig identifizieren.

Bewegungsmuster bleiben stabil

Darüber hinaus konnten die Forscher auch feststellen, dass das Surfverhalten im Zeitablauf relativ stabil bleibt. Auch durch auf einzelnen Webseiten hinterlassenen Spuren können sich der Studie zufolge bereits Rückschlüsse auf den jeweiligen Surfer ergeben. Je mehr Websites dabei kontrolliert werden, desto höher wird die Treffergenauigkeit.

Identifizierung ist denkbar

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Personen aufgrund ihres Surfverhaltens relativ eindeutig erkennbar sind, also tatsächlich so etwas wie einen virtuellen Fingerabdruck bei der Internetnutzung hinterlassen. Einmal identifizierte Surfer können sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit auf anderen Webseiten wiedererkannt werden. Zwar wollen sich die Forscher nicht festlegen, ob die Ergebnisse auch auf die Gesamtheit der momentan über 2 Milliarden Internetnutzer übertragen werden können, allerdings stufen sie die Wahrscheinlichkeit als relativ groß ein.

Schlagworte zum Thema:  Internet, Identifizierung, Datenschutz

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