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Smartphones geraten zunehmend ins Visier von Dieben

Smartphone-Diebe lauern besonders oft in Bars oder im Cafe.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Smartphone sind begehrtes Diebesgut. Damit geraten auch die darauf gespeicherten Daten in Gefahr. Nach einer aktuellen Untersuchung versuchen deutsche Smartphone-Besitzer überdurchschnittlich häufig, ihre Geräte selbst wieder ausfindig zu machen. Wichtig ist auf jeden Fall eine schnelle Reaktion.

Die Zahl der Smartphone-Diebstähle steigt besorgniserregend an. Wurden nach offiziellen Polizeistatistiken 2012 bundesweit noch rund 166.000 Geräte entwendet, waren es im letzten Jahr bereits mehr als 236.000. Mit den Smartphones kommen die Diebe meist auch an die hierauf gespeicherten Daten, sofern diese nicht verschlüsselt sind.

Mit der gemeinsam initiierten Studie Phone Theft in Europe wollten das Sicherheitsunternehmen Lookout und die Deutsche Telekom mehr über diese Gefährdung und die Reaktionen der Anwender in Erfahrung bringen.

Gefahren lauern immer und überall

Die in Deutschland, Großbritannien und Frankreich durchgeführte Untersuchung brachte dabei einige interessante Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten zutage.

  • Demnach werden in Deutschland und Großbritannien die meisten Smartphones in Bars, Clubs oder Pubs entwendet, während die Diebe in Frankreich am häufigsten in öffentlichen Verkehrsmitteln zuschlagen. Dabei werden die Geräte häufig aus Jacken- oder Hosentaschen entwendet oder auch aus Handtaschen geklaut. Mitunter werden sie den Besitzern auch direkt bei der Nutzung entrissen.
  • Die meisten Diebstähle ereignen sich dabei  in allen drei Ländern nicht in den Abend- oder Nachtstunden, sondern tagsüber im Zeitraum zwischen 12 und 17 Uhr. In vielen Fällen wird der Diebstahl erst mit einiger Zeitverzögerung registriert. In Deutschland bemerkten etwa 86 Prozent der Opfer den Diebstahl erst mit Verzögerung.

Schnelle Reaktion notwendig

Der Faktor Zeit spielt allerdings eine wichtige Rolle, wenn die Nutzer über Ortungs-Apps oder Fernlöschungsoptionen versuchen wollen, ihr Smartphone wiederzufinden oder zumindest die Daten vor einem unberechtigten Zugriff zu bewahren. Nur innerhalb der ersten 60 Minuten nach einem Diebstahl seien diese Maßnahmen erfolgversprechend, danach hätten die meisten Diebe durch Aktionen wie das Entfernen der SIM-Karte oder das Wechseln in den Flugmodus die Kontaktaufnahme unmöglich gemacht, kommentierte Thomas Labarthe von Lookout die Ergebnisse der Studie.

Unterschiedliche Reaktionen der Opfer

Deutsche Diebstahlsopfer würden der Studie zufolge überdurchschnittlich oft Eigeninitiative ergreifen, um gestohlene Geräte und Daten wiederzubekommen. 88 Prozent gaben an, selbst aktiv werden zu wollen, in Großbritannien (70 Prozent) und Frankreich (68 Prozent) lag der Anteil deutlich niedriger. Auch die Nutzung von Ortungs-Apps ist in Deutschland am höchsten (22 Prozent gegenüber 19 bzw. 17 Prozent in Großbritannien und Frankeich). Im Gegenzug melden jedoch deutlich mehr Franzosen den Diebstahl bei Polizei (71 Prozent) und Mobilfunkanbieter (74 Prozent), während diese Anteile in Deutschland lediglich bei 58 bzw. 63 Prozent liegen.

Schlagworte zum Thema:  Smartphone, Datensicherheit, Diebstahl

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