26.07.2012 | Datenschutz-Studie

Jeder Zweite nimmt bei Jobwechsel Unternehmensdaten mit

Bild: Haufe Online Redaktion

Mitarbeiter weg, Daten weg:  Fast jeder dritte Angestellte hat schon einmal vertrauliche Informationen aus dem Unternehmen entwendet. Mehr als die Hälfte der Befragten nimmt nach einer neuen Studie Daten beim Arbeitgeberwechsel mit.

Eine meist unterschätzte Gefahr für sensible Unternehmensdaten lauert direkt am Arbeitsplatz: 32 Prozent aller Angestellten haben bereits einmal vertrauliche Daten weitergleitet oder aus dem Unternehmen entfernt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Iron Mountain, einem auf Informationsmanagement und den Schutz geistigen Eigentums spezialisierten Unternehmen. Besonders groß ist das Risiko demnach immer dann, wenn Mitarbeiter die Arbeitsstelle wechseln.

Kein Unrechtsbewusstsein vorhanden

Europaweit nimmt gut die Hälfte aller Mitarbeiter (51 Prozent) beim Ausscheiden aus einem Unternehmen vertrauliche Unternehmensdaten mit. Besonders häufig handelt es sich dabei um Unternehmenspräsentationen (57 Prozent) und Datenbanken mit Kundenkontakten (53 Prozent). In 35 Prozent der Fälle nehmen die Jobwechsler Dokumente mit, an deren Erstellung sie persönlich beteiligt waren. In knapp 30 Prozent der Fälle werden sogar strategische Unternehmenspläne kopiert.

Vermeintlicher Besitzanspruch: Meine Daten gehören mir

Den Studienergebnissen zufolge steht hinter dem Datendiebstahl dabei nicht so sehr Arglist als vielmehr ein vermeintlicher Besitzanspruch der Mitarbeiter. Zudem versprechen sich viele der aus einem Unternehmen ausscheidenden Personen von der Mitnahme der Daten bessere Chancen bei ihrem neuen Arbeitgeber.

Besondere Risiken bei Kündigungen

Besonders gefährdet sind Unternehmensdaten immer dann, wenn die Mitarbeiter das Unternehmen nicht freiwillig verlassen. Bei einer Kündigung würde europaweit jeder dritte Mitarbeiter vertrauliche Informationen sogar gezielt entfernen oder austauschen. Deutsche Mitarbeiter sind allerdings nicht ganz so nachtragend: Hierzulande würden nur 22 Prozent zu derartigen Methoden greifen.

An der nicht repräsentativen Studie nahmen rund 2.000 Büroangestellte in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland teil.

Die Studie zeigt einmal mehr, wie wichtig eine Sensibilisierung der Mitarbeiter für den Datenschutz und die Umsetzung von Datenschutzrichtlinien sind.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Datenverlust, Mitarbeiter

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