13.06.2012 | Smart Metering

Datenschutzrisiko bei intelligenten Stromzählern

Bild: Haufe Online Redaktion

Intelligente Stromzähler sollen beim Energiesparen helfen. Von den Messgeräten (Smart Meter) werden Nutzungsdaten an die Versorger übermittelt, die Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten der Stromkunden zulassen könnten. EU-Datenschützer fordern daher datenschutzrechtliche Vorgaben.

In einer ausführlichen Stellungnahme hat sich jetzt der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx zur Problematik der geplanten Einführung intelligenter Stromzähler geäußert. Er sieht in dieser Technik ein erhebliches Missbrauchspotenzial und fordert daher weitere datenschutzrechtliche Vorgaben, die begleitend zur Einführung dieser Systeme entwickelt werden müssen.

Erhebliches Potenzial für Data Mining

Die neuen Stromzähler (Smart Meter) sind einerseits Grundlage dafür,  dass der Energieverbrauch in den Haushalten besser analysiert werden kann, um damit über günstigere Strompreise in verbrauchsarmen Zeiten die bislang starken Schwankungen bei der Stromnachfrage zu reduzieren. Allerdings beinhaltet diese Technik auch weitreichende Überwachungsmöglichkeiten. Nach Ansicht der Datenschützer könnten die Energieversorger anhand der hier erfassten Daten genau erkennen, was in den Haushalten vorgehe. Anhand der Verbrauchsprofile könnte z. B. ermittelt werden, wann morgens die Kaffeemaschine eingeschaltet wird und wann die Bewohner von der Arbeit nach Hause kommen. Selbst Details wie die Nutzung eines Babyphones oder der Einsatz medizinischer Geräte lassen sich aus den Daten ableiten.

Zusammen mit Daten aus anderen Quellen entstehe dadurch ein großes Potenzial für Data Mining und ein möglicher Missbrauch dieser Informationen durch Dritte wäre möglich.

Vorlage zur Datenschutzfolgenabschätzung

Hustinx begrüßt daher die Bemühungen der EU-Kommission, den Mitgliedsstaaten bei der Berücksichtigung dieser Problematik zu helfen. So ist z. B. geplant, eine Vorlage zur Datenschutzfolgenabschätzung für diese Technik zu entwickeln, die von der Artikel-29-Gruppe der Datenschutzbeauftragten aus allen EU-Mitgliedsstaaten begutachtet werden soll.

In einer derzeit vom EU-Rat und EU-Parlament behandelten Energieeffizienz-Richtlinie sollen die Betreiber der intelligenten Stromzähler verpflichtet werden, die Auswirkungen dieser Technik auf die Privatsphäre der Nutzer zunächst abzuschätzen und Verstöße gegen den Datenschutz zu melden.

 

 

Schlagworte zum Thema:  Energiewirtschaft, Datenschutz, Data Mining

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