29.05.2012 | Sicherheitslücken

Viele Smartphone-Apps übertragen persönliche Daten unverschlüsselt

Bild: MEV-Verlag, Germany

Dass es mit dem Datenschutz bei vielen Apps für Smartphone und Handys nicht weit her ist, belegt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. Bei 63 getesteten Apps wurden über 30 kritische und sehr kritische Schwachstellen entdeckt.

Apps für iPhone & Co. sind sehr beliebt und die meisten nützlichen Zusatzprogramme sind dazu noch sehr preiswert oder kostenlos. Bezahlt wird aber oft nicht nur in Euro, sondern mit der Privatsphäre, denn auch bei App-Anbietern sind Nutzerdaten ein wertvolles Gut.

Viele Apps gehen mit den persönlichen Daten der Nutzer nicht so um, wie es aus Gründen der Datensicherheit und des Datenschutzes eigentlich wünschenswert ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die 63 populäre Apps unter die Lupe genommen hat. Insgesamt wurden bei dem Test 9 Anwendungen unter dem Aspekt der Datensicherheit als sehr kritisch und weitere 28 als kritisch eingestuft.

Nutzername und Passwort unverschlüsselt übertragen

Besonders negativ fiel den Testern die unverschlüsselte Übertragung der Zugangsdaten bei den Apps von Clever-tanken und der Navigationssoftware ALK auf. Wird dieses Passwort von Dritten mitgehört, etwa an öffentlichen WLANs, kann dies erhebliche Konsequenzen haben, falls die Nutzer diese Passwörter auch für sensiblere Dienste (E-Mail, Online-Shops, Banking etc.) verwenden.

Zugriff auf Adressbücher und Standortdaten

Verschiedene andere Apps (u. a. Whatsapp, Foodspotting, Yelp) übertragen Daten aus dem Adressbuch des Nutzers, ohne dazu die Zustimmung einzuholen. Bei vielen der mobilen Anwendungen wurden auch Daten wie

  • Standort,

  • die Benutzungsstatistik oder

  • die eindeutige Kennnummer des Smartphones (UID)

ungefragt übertragen. Meist werden diese Daten an Werbenetzwerke gesendet, die diese Informationen für individuell angepasste Werbung nutzen.

Es geht auch besser

Dass gute Apps auch ohne diese Schnüffeleien auskommen können, belegen nach Ansicht der Tester die unkritischen Apps wie z. B. von Wikipedia mobile, YouTube oder der Sportschau. Der ausführliche Test ist in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift "test" sowie im Web nachzulesen.

Schlagworte zum Thema:  Smartphone, Datenschutz

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