16.02.2016 | Pro und Contra Obergrenze

Ohne Bargeld keine Schattenwirtschaft?

Schmiergeld ist oft Bargeld
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Bundesregierung will eine Obergrenze für Bargeldzahlungen einführen. Damit sollen Geldwäsche und andere kriminelle Machenschaften eingedämmt werden. Doch wie wäre es ganz ohne Bargeld? Wer würde davon profitieren?

Prof. Peter Fissenewert, Wirtschaftsrechtler mit dem Schwerpunkt Korruptionsbekämpfung und Compliance, sprach sich in einem Interview in der Wirtschaftwoche für die schrittweise Abschaffung des Bargeldes aus. So ließen sich Probleme wie Schattenwirtschaft eindämmen, Terrorakte vermeiden und Drogen- und Kleinkriminalität deutlich verringern.

Obergrenze ist noch zu hoch

In anderen europäischen Ländern ist die Bargeldzahlung schon seit Längerem begrenzt. In Deutschland ist nun eine Obergrenze von 5.000 EUR geplant.

Zu hoch, wie Fissenewert meint. Er plädiert für maximal 1.000 EUR. Es gibt keinen zwingenden Grund, Anschaffungen mit einem höheren Wert wie Autos, Schmuck, Kunst, Immobilien usw. bar zu bezahlen.

Große Barzahlungen machen einen zwielichten Eindruck

Die Gründe für große Barzahlungen seien oft zweifelhaft, so Fissenewert, denn dabei handle es sich z. B. um

  • den Ausdruck von Misstrauen gegenüber der Seriosität des Vertragspartners,
  • den Versuch Steuern zu sparen oder sogar
  • Geldwäsche.

Steuern können schon heute nur bargeldlos beglichen werden

Der bargeldlose Geldverkehr ist nichts Neues. So können z. B. Rundfunkgebühren, aber auch Steuern, nicht bar bezahlt werden, sondern müssen überwiesen bzw. über das Lastschrifteinzugsverfahren beglichen werden.

Bargeldlos - die Sicherheit bei digitalen Transaktionen ist noch schwach

Warum es noch dauern wird, bis das Bargeld abgeschafft werden kann? Weil Datenschutz und Sicherheit hinterherhinken. Die größten Hindernisse für den komplett bargeldlosen Geldverkehr sieht Fissenewert aktuell im Datenschutz sowie in der Cybersicherheit.

Ziel müsse es sein, die digitale Währung in Sachen Recht und Sicherheit dem Bargeld gleichzustellen. Solange nicht gewährleistet ist, dass Online-Transaktionen ausgeführt werden können, ohne dass Dritte die Geldbewegung beobachten können, wird die Mehrheit der Deutschen auch weiterhin am Bargeld festhalten.

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Schlagworte zum Thema:  Korruption, Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität, Bargeld

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