| Rekordstrafe wegen Preisabsprachen

China greift gegen Autozulieferer hart durch

Autozulieferer im Visier von China wegen Preisabsprachen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Was in Köln als Klüngel und in Süddeutschland als Vetterleswirtschaft bezeichnet wird, ist schon lange nicht mehr regional begrenzt, sondern ein weltweites Problem. Gerade hat China Rekordstrafen wegen Preisabsprachen gegen japanische Autozulieferer verhängt. Und die Chinesen ermitteln auch gegen deutsche Unternehmen.

Umgerechnet 151 Millionen Euro müssen die japanischen Zulieferer an Strafen bezahlen. Die Höhe bestimmen die Anti-Monopol-Ermittlungen der Reform- und Entwicklungskommission (NDRC) in Peking abhängig von der Kooperationswilligkeit der Betroffenen.

Frühe Selbstanzeige schützt vor Strafe wegen Preisabsprachen

Hitachi sowie Nachi hatten Glück oder besser gesagt: ihre frühe Selbstanzeige hat sie vor der Strafe beschützt. Die Behörde belohnt damit den Mut, Fehler im Unternehmen aufzudecken und zu melden. Denn der Vorteil für die Ermittler war und ist es, dass sie aufgrund von Selbstanzeigen wichtige Informationen und Kenntnisse über weitere Beteiligte erhalten.

Je geringer die Kooperation, desto höher die Strafe wegen Preisabsprachen

Je weniger ein betroffenes Unternehmen kooperiert, desto höher fällt die Strafe aus. Bis zu 8 % des Umsatzes betrug die Höhe der Geldstrafen gegen die 8 Ersatzteilhersteller und 4 Kugellagerproduzenten.

China hat auch deutsche Unternehmen im Visier

Der Automarkt in China floriert. Grund genug für die Behörden dort genauer hinzuschauen. Seit Wochen prüfen sie die Preispolitik von Autoherstellern und Zulieferern. Wegen Verstößen gegen das Anti-Monopolgesetz wurde bereits eine Strafe in Höhe von 195.000 € gegen einen BMW-Händler verhängt.

Eine Geldbuße gegen das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen First Automotive Works (FAW), an dem Audi beteiligt ist, wird demnächst erwartet und soll etwa 30 Mio. € betragen.

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Schlagworte zum Thema:  Kartell, Compliance, Compliance-Beauftragter, Compliance-Officer, Deutsche Bahn

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