In allen Lebensbereichen spielen Informationstechnologien eine immer größere Rolle. Zugleich steigt damit das Risiko, dass IT-Strukturen und Elemente zum Ziel von Angriffen werden, sei es durch kriminelle Hacker oder im Zuge der Cyber-Kriegsführung durch staatliche Akteure. Zur Verbesserung der Cybersicherheit hat die Bundesregierung daher jetzt eine neue Agentur ins Leben gerufen, die vor allem die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet fördern soll.

Mit einer weiteren Behörde will die Bundesregierung jetzt auf das gestiegene Bedrohungsszenario durch Cyberangriffe reagieren. Das Kabinett hat dazu die Einrichtung der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit beschlossen, die bereits Anfang nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll. Die Einrichtung einer solchen Behörde war schon im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Ergänzung bestehender Einrichtungen

Die neue Behörde erweitert das Spektrum der staatlichen Einrichtungen im Bereich der IT-Sicherheit.

  • So gibt es etwa bereits seit 1991 das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das primär Behörden und Unternehmen vor Cyber-Bedrohungen schützen soll.
  • Zudem hat man im letzten Jahr gleich zwei Einrichtungen etabliert. Zum einen die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis), die vor allem Tools für Polizei und Geheimdienste entwickeln soll, um diese im Kampf gegen Kriminelle und andere Bedrohungen adäquat auszustatten.
  • Zum anderen hat die Bundeswehr mit dem Cyber Information Hub eine eigene Einrichtung bekommen, um besser für den Fall der elektronischen Kriegsführung gerüstet zu sein.

Förderung von Forschungsprojekten zur IT-Sicherheit

Die jetzt angekündigte Agentur für Innovation in der Cybersicherheit wird gemeinsam vom Innen- und Verteidigungsministerium getragen, sie soll bereits Anfang 2019 den Betrieb aufnehmen. Als sogenannte Inhouse-Gesellschaft gehört sie zu 100 % der Bundesrepublik Deutschland.

  • Geplant ist ein Budget von 200 Millionen EUR für die nächsten fünf Jahre.
  •  Angestrebt wird eine Zahl von 100 Mitarbeitern.
  • Das Geld soll vorrangig zur Förderung von Forschungsprojekten im Bereich der Cybersicherheit eingesetzt werden und die Agentur, die diese Mittel vergeben kann, soll somit als Bindeglied zwischen Hochschulen und der Praxis dienen.

Staat will Schutzfunktion in der digitalen Welt nachkommen

Auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung der geplanten Behörde wies der Bundesinnenminister darauf hin, dass es bei den von der neuen Agentur angestoßenen Projekten auch Fehlschläge geben können und werde. Andererseits verspreche man sich von erfolgreichen Projekten auch erhebliche Einnahmen, die derartige Flops ausgleichen könnten.

Die Verteidigungsministerin erhofft sich von dem Projekt vor allem eine bessere Umsetzung der hierzulande bereits exzellenten Grundlagenforschung in angewandte exzellente Technik im Sicherheitsbereich und verspricht sich auch eine größere Unabhängigkeit, insbesondere etwa von US-Einrichtungen. Mit der Agentur wolle der Staat seiner Schutzfunktion in der digitalen Welt nachkommen und Eigenverantwortung übernehmen.

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Hintergrund:

Veraltete Software und Schwachstellen im Schutzschild der Software können fatale Folgen haben angesichts der Vielzahl der Attacken, denen besonders größere Unternehmen ständig ausgesetzt sind. Bei diesen Angriffen wird über E-Mails oder auch infizierte Webseiten Schadcode auf die Rechner der potenziellen Opfer übertragen, die eine Verschlüsselungssoftware nachlädt, die anschließend alle erreichbaren Dokumente so verschlüsselt, dass diese nicht mehr geöffnet werden können.

Die Nutzungsverhinderung erfolgt zumeist durch Verschlüsselung sämtlicher Daten (Briefe, Datenbanken, Fotos, Systemdateien). So kann ein Unternehmen oder ein Selbständiger zumindest vorübergehend faktisch stillgelegt und auch leicht erpresst werdenwerden.

Speziell für Behörden und Unternehmen haben die Experten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen kompakten Leitfaden herausgegeben, der sich mit dieser Bedrohungslage auseinandersetzt. Die Broschüre stellt zunächst die Bedrohungslage dar und beschreibt anschließend vor allem Präventionsmaßnahmen, mit denen das Risiko zum Opfer derartiger Angriffe zu werden, minimiert werden kann.

Die Broschüre steht als PDF-Datei auf der BSI-Website zum Download bereit.

 

Schlagworte zum Thema:  IT-Sicherheit, IT-Compliance, IT-Infrastruktur