| EU-Richtlinie zu Geldwäsche verschärft

Dem Compliance-Verantwortlichen kann Gefängnis drohen

Geldwäsche - Anforderungen für Compliance-Verantwortliche werden höher
Bild: MEV-Verlag, Germany

Das europäische Parlament hat genug von Geldwäsche. Um die Kriminalität weiter einzuschränken, wurde die 4. EU-Anti-Geldwäsche-Richtlinie überarbeitet und verschärft. Nun herrscht ein strengerer Gesetzeswind. Top-Manager können strafrechtlich haftbar gemacht werden, wenn sie Finanzkriminalität dulden oder übersehen.

Persönlich betroffen von der Verschärfung sind vor allem Geschäftsführer und Vorstände und andere Compliance-Verantwortliche innerhalb einer Organisation. Sie müssen im Unternehmen dafür Sorge tragen, dass ein wirksames System zur Risikobeurteilung installiert wird, nicht nur bei Banken und Versicherungen. Außerdem müssen sie weitere geeignete Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten ergreifen.

Geldwäsche - Risikoeinschätzung und Sorgfaltspflicht können nicht groß genug sein

Beim Verdacht der Finanzkriminalität müssen die Verantwortlichen nachweisen können, dass sie in ausreichendem und angemessenem Umfang Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind, wie das Internetportal Finance-Magazin schreibt.

EU-Anti-Geldwäsche-Richtlinie - Änderungen verschärfen die Pflichten und erhöhen die Strafen

Zu den wichtigsten Änderungen, die bis zum Juni 2017 in den EU-Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene umzusetzen sind, zählen:

  • eine größere Sorgfaltspflicht gegenüber dem Kunden, z.B. bei Banken und Versicherungen,
  • regelmäßige und dokumentierte Kontrollen und bei Bedarf Anpassung der Risikobeurteilungen,
  • verschärfte Maßnahmen bei stärker risikobehafteten Transaktionen und Aktivitäten,
  • Identifikation aller wirtschaftlichen Eigentümer,
  • das Führen einer Liste mit den Beteiligungen der Eigentümer,
  • Bereitstellung der Informationen zu den Eigentümern in einem zentralen Register, zudem die zuständigen Behörden und Meldestellen unbegrenzten Zugang haben.
  • die persönliche strafrechtliche Haftbarkeit für verantwortliche Manager,
  • höhere Geldstrafen von mindestens 1 Mio. EUR sowie
  • Geldstrafen in Höhe von mindestens 5 Mio. EUR – oder vergleichbare Sanktionen – bei Verstößen von Kredit- oder Finanzinstituten.

Finanzkriminalität kann tödlich für die Reputation eines Unternehmens sein

Neben hohen Geldstrafen oder gar Gefängnis entsteht für Unternehmen ein unermesslicher Reputationsschaden, wenn ihre Mitarbeiter oder die Führungsspitze bei Geldwäsche beteiligt sind. Im schlimmsten Fall kann die Finanzkriminalität zum wirtschaftlichen Aus führen.

Geldwäscheprävention: Maßnahmen praxisgerecht umsetzen

Compliance-Verantwortliche können strafrechtlich haftbar gemacht werden, wenn sie Finanzkriminalität dulden oder übersehen. Um das zu verhindern, müssen sie bestimmte Sorgfalts- und Organisationspflichten einhalten. Welche das u.a. sind, erfahren Sie in dem Haufe-Fachbeitrag: "Geldwäscheprävention - Maßnahmen für gewerbliche Güterhändler praxisgerecht umsetzen".

Schlagworte zum Thema:  Geldwäsche, Haftung, Haftungsrisiko, EU-Richtlinie

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