Nur 4 Wochen bevor die Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai in Kraft tritt, zeigt eine Umfrage, dass auch kurz vor dem Stichtag immer noch eine erschreckende Unkenntnis herrscht - vor allem bei Kleinunternehmen. Dabei ist seit rund zwei Jahren nicht nur bekannt, welche Änderungen mit der DSGVO kommen, sondern auch, dass Verstöße gegen diese Regelungen mit deutlich höheren Bußgeldern bestraft werden können. 

Die DSGVO greift unweigerlich ab Ende Mai mit ihr zahlreiche neue Regelunge die längst nicht nur größere Unternehmen betreffen, sondern auch für zahlreiche Klein- und Kleinstbetriebe, Freiberufler aber auch Vereine von Bedeutung sind. Doch immer noch sind gerade viele der kleineren Unternehmen völlig unvorbereitet, wie jetzt eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts ergab, die im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft durchgeführt wurde. 

Umfrage zu DSGVO: 36 % ahnungslos, 20 % unvorbereitet

Die Umfrage ergab einen noch größere Wissens- und Handlungsrückstand, als er bisher vermutet bzw. befürchtet wurde. 

  • Demnach haben rund 36 % der befragten Unternehmen noch gar nichts von der neuen Datenschutzgrundverordnung gehört.
  • Weitere 20 % gaben an, noch keinerlei Vorbereitungen getroffen zu haben.
  • Lediglich 22 % haben bereits Vorbereitungen getroffen, 
  • und ebenfalls 22 % befanden sich in der Planungsphase für die entsprechenden Umstellungsmaßnahmen.
  • Bei den kleinsten Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten fielen die Zahlen sogar nochmals etwas schlechter aus, hier waren 38 % komplett ahnungslos.

Umfrage im März bei 300 KMU

An der im März und April durchgeführten Befragung nahmen 300 Entscheider aus kleinen und mittleren Betrieben mit bis zu 249 Arbeitnehmern teil.

Als ein wichtiger Grund für die unzureichende Vorbereitung auf die DSGVO nannten viele Befragte unzureichende Informationen.

Gerade bei kleinen Unternehmen herrscht nach wie vor große Unsicherheit darüber, ob und wie sie die neuen Anforderungen im Hinblick auf den Datenschutz reagieren müssen.
Externes Know-how durch Hinzuziehen von Beratern kommt für viele schon aus Kostengründen kaum in Frage, zudem dürfte es derzeit sehr schwerfallen, in der Kürze der Zeit noch einen solche Fachkraft engagieren zu können.

Hilfestellung von Datenschutzbehörde

Mittlerweile haben die Datenschutzbehörden der Länder reagiert und bieten zunehmend entsprechendes Informationsmaterial an.

 Beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein etwa hat man dazu jetzt noch eine neue Praxis-Reihe mit Ratgebern zur Datenschutzgrundverordnung herausgegeben.

  • Die beiden ersten Publikationen befasse sich zum einen mit dem Thema Datenschutz im Verein, sowie der Problematik des Datenschutzbeauftragten.
  • Der nächste angekündigte Leitfaden wird eine Mustervereinbarung für einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung beinhalten. Weitere Themen sind in Vorbereitung. 

Berliner Datenschutzbeauftragte sieht keinen Grund zur Panik

Einen Grund zur Panik sieht die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk trotz der unzureichenden Vorbereitungen vieler Unternehmen allerdings nicht.

  • Viele der Regelungen der DSGVO seien auch schon im alten Datenschutzrecht enthalten gewesen,
  • sodass der Anpassungsbedarf nicht so extrem sei,
  • wenn man bisher schon die Vorgaben eingehalten habe. 

Dennoch gebe es Neuregelungen, die eben auch Kleinunternehmen betreffen und die jetzt zügig umgesetzt werden müssten.

Bußgeld wir Größe des Unternehmens und Schwere des Verstoßes angepasst

Überall ist von den deutlich schärfer gewordenen Sanktionen die Rede, die bei Verstößen drohen. Doch die Bußgelder - so Smoltczyk - richten sich stets nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der Unternehmen. Zudem würden die Schwere der Fälle sowie die unternommenen Anstrengungen zur Einhaltung der Regeln bei Bemessung der Bußgeldhöhe berücksichtigt.

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Die Handreichungen für kleine Unternehmen und Vereine finden Sie auf der Website des BayLDA (https://www.lda.bayern.de/de/kleine-unternehmen.html).

Video-Seminar zum neuen Datenschutzrecht

Ab dem 25.5.2018 gilt die DSGVO unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Der Referent Prof. Dr. Boris Paal erläutert die Auswirkungen des neuen Datenschutzrechts. Die Seminarinhalte sind:

  •     Überblick über die die DSGVO und das BDSGneu,
  •     Anwendungsbereiche, Bußgelder und Sanktionen und
  •     Leitfaden Datenschutz 2018/Compliance-Management

Videogebühr: 98 EUR zzgl. USt.

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